Am Donnerstag, den 10. Juli 2025, lud die Stadt Kempten unter dem Motto Miteinander Kempten gestalten zur 5. Demokratie- und Teilhabekonferenz in die Aula der Staatlichen Realschule in der Salzstraße ein. Rund 80 engagierte Gäste aus Politik, Verwaltung, Bildung, Zivilgesellschaft und Stadtgesellschaft folgten der Einladung, um miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Ideen für die demokratische Entwicklung vor Ort zu diskutieren und konkrete Impulse für die Zukunft zu setzen. Geleitet und organisiert wurde die Veranstaltung gemeinschaftlich von Romana Eger aus dem federführenden Amt und Silvan Hecht, der die Koordinierungs- und Fachstelle im Projekt bei der Volkshochschule verantwortet.
Politische Prominenz und parteiübergreifender Austausch
Oberbürgermeister Thomas Kiechle eröffnete die Konferenz mit einer eindringlichen Rede zur Bedeutung demokratischen Engagements in herausfordernden Zeiten. „Die Stadt Kempten ist glücklich – also wirklich glücklich –, dass es für die kommenden Jahre weitergeht mit einem ganz wichtigen Projekt“, betonte er mit Blick auf die erneute Förderung durch das Bundesprogramm Demokratie leben!.

Gleichzeitig warnte er vor gesellschaftlichen Entwicklungen, die demokratische Grundwerte gefährden: „Dieses System gerät zunehmend unter Druck – weltweit und auch im eigenen Land.“ Es reiche nicht mehr aus, nur zuzusehen: „Wir müssen […] von der Tribüne herunter aufs Spielfeld finden.“ Demokratie, so Kiechle, sei nichts Selbstverständliches – sie müsse mit Leben gefüllt, verteidigt und weiterentwickelt werden.
„Deshalb ist es gut, dass wir heute hier zusammengekommen sind“, sagte Kiechle zum Abschluss. „Ich möchte mich herzlich bedanken, dass Sie in Ihrer jeweiligen Kompetenz – und das eint uns ja – zusammengefunden haben. Weil wir alle um den Wert unserer Demokratie wissen. Weil wir sie gemeinsam gestalten wollen. Und weil wir bereit sind, uns mit Ideen, mit Inhalten und mit unserem Engagement einzubringen.“
Einblicke in die neue Förderperiode und das neue „Bündnis“
Im Anschluss stellte das Team der Partnerschaft für Demokratie die wesentlichen Neuerungen im Förderprogramm Demokratie leben! vor. Romana Eger (Amt für Integration) und Silvan Hecht (vhs) gaben einen Überblick über die veränderten Fördermodalitäten – insbesondere die Umstellung auf Pauschalabrechnung – sowie über die neue Struktur des „Bündnisses“, das ab sofort die zentrale Rolle für strategische Planung und Förderempfehlungen übernimmt. Das neue Gremium ersetzt den bisherigen Begleitausschuss und vereint Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Jugendforum in einem breit aufgestellten Netzwerk.

Workshops als Herzstück der Konferenz
Kernstück der Veranstaltung waren fünf parallel laufende Workshops, die gezielt unterschiedliche Aspekte demokratischer Teilhabe beleuchteten:
- Mehr Beteiligung wagen!
Wie kann Bürgerbeteiligung in Kempten gestärkt werden? In diesem Workshop wurden konkrete Vorschläge erarbeitet, wie mehr Menschen – insbesondere bisher unterrepräsentierte Gruppen – erreicht und einbezogen werden können. Leitung: Dr. Lisa Fischer - Demokratie sichtbar machen – auf Social Media
Gemeinsam mit Nicolas Hefele entwickelten die Teilnehmenden ein prototypisches Social-Media-Konzept, um demokratische Inhalte auf modernen Plattformen ansprechend und zielgruppengerecht zu vermitteln. - Wissen teilen – Austausch stärken
Unter Leitung von Alexander Haag wurden Strukturen und Ideen erarbeitet, um den Wissensaustausch innerhalb des Netzwerks zu verbessern und Abstimmungsprozesse zu vereinfachen. - Demokratie für Skeptische verständlich machen
Wie können auch diejenigen angesprochen werden, die dem demokratischen System skeptisch gegenüberstehen? Mit dieser herausfordernden Frage beschäftigte sich der Workshop unter Leitung von Katharina Trenkle. - Communities direkt & digital erreichen
Eva Luise Krause und Ildikó Pallmann von Connected Women erarbeiteten mit den Teilnehmenden Wege und Strategien für aufsuchende Informationsarbeit über soziale Medien – mit Fokus auf Multiplikator*innen aus den jeweiligen Communities.

Die Workshops boten viel Raum für kreative Ansätze und intensive Diskussionen. Die Ergebnisse wurden am Ende der Veranstaltung in einer kurzen Präsentation vorgestellt und bilden eine wichtige Grundlage für die zukünftige Arbeit und strategische Weiterentwicklung von Demokratie leben! in Kempten.

Politische Prominenz und parteiübergreifender Austausch
Neben dem Oberbürgermeister nahmen auch weitere Personen aus der Kemptener Kommunalpolitik, sowie Vertreter der Stadtverwaltung teil. Auch zahlreiche Vorstände und Engagierte aus Kemptener Vereinen und Initiativen nutzten die Konferenz für Austausch und neue Vernetzung. Ihre Anwesenheit unterstrich die Bedeutung der Demokratieförderung als gemeinsames Anliegen.
Musik, Häppchen und gute Gespräche
Für den musikalischen Rahmen sorgte Andreas Beck, der mit seinem Keyboard und ausgewählten Lounge-Stücken – darunter auch bekannte Filmmusiken – die Pausen und das abschließende Get-together stimmungsvoll untermalte. Bei Häppchen und Getränken kam es zu vielen anregenden Gesprächen, bei denen neue Ideen gesponnen, Kontakte vertieft und bereits erste Kooperationsgedanken angestoßen wurden.

Ausblick
Die Konferenz zeigte eindrucksvoll, dass Demokratie in Kempten lebendig ist – wenn die Menschen die Gelegenheit haben, sich einzubringen, mitzudenken und mitzugestalten. In diesem Sinne wird das Programm Demokratie leben! auch in den kommenden Monaten und Jahren weitergeführt: mit neuen Projekten, gezielter Förderung und einem offenen Ohr für innovative Ideen aus der Stadtgesellschaft.
Die Demokratie- und Teilhabekonferenz ist Teil des Bundesprogramms Demokratie leben!, das Kempten seit 2021 als sogenannte Partnerschaft für Demokratie begleitet und fördert. Unter dem Namen Gemeinsam Kempten Gestalten werden jährlich Projekte mit rund 140.000 Euro unterstützt, die sich für Demokratie, Vielfalt und gegen Extremismus einsetzen. Die Koordinierung liegt bei der Volkshochschule Kempten in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Integration der Stadt. Demokratie leben! ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend.
