Am Samstag, den 21. März, wurde der Rathausplatz in Kempten zum Ort der Begegnung, des Austauschs und eines klaren gemeinsamen Statements. Rund 100 Kemptenerinnen und Kemptener kamen zusammen, um am internationalen Tag gegen Rassismus ein sichtbares Zeichen für Menschenwürde und Zusammenhalt zu setzen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam in einer Kooperation aus Integrationsbeirat, Amt für Integration und Stadtjugendring unter Förderung von Demokratie leben umgesetzt und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Engagement für eine solidarische Stadtgesellschaft aussehen kann.

Den Auftakt bildeten Redebeiträge von Oberbürgermeister Thomas Kiechle sowie der Integrationsbeauftragten und Vorsitzenden des Integrationsbeirats, İlknur Altan. Beide riefen dazu auf, sich gemeinsam für ein respektvolles Miteinander einzusetzen und deutlich Stellung gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu beziehen.
Auch kulturelle und kreative Beiträge machten die Veranstaltung zu einem lebendigen Erlebnis. Ein ukrainischer Chor setzte mit musikalischen Beiträgen bewegende Akzente. Die Theatergruppe der Realschule an der Salzstraße zeigte ein eindrucksvolles Stück gegen Online-Mobbing und machte deutlich, wie präsent Themen wie Ausgrenzung und Hass gerade im Alltag junger Menschen sind. Ergänzt wurde das Programm durch eine Poetry-Slam-Darbietung, die persönliche Gedanken und Fragen zum Thema Rassismus eindrucksvoll in Worte fasste.
Ein besonders starkes Symbol entstand im Anschluss: Zahlreiche Teilnehmende formierten sich auf dem Rathausplatz zu einer großen „100 %“ – ein klares Bekenntnis zu 100 Prozent Menschenwürde. Das entstandene Drohnenbild hielt diesen Moment fest und verdeutlichte eindrucksvoll den gemeinsamen Anspruch der Anwesenden, für eine offene und respektvolle Stadtgesellschaft einzustehen.
Den Abschluss bildete die feierliche Eröffnung der neu konzipierten Wanderausstellung „Wir gegen Rassismus – Kempten zeigt Haltung“ in der Schrannenhalle. Die Ausstellung greift eine Aktion des vergangenen Jahres auf, bei der Bürgerinnen und Bürger in ganz Kempten die Möglichkeit hatten, eigene Plakate gegen Rassismus zu gestalten. Rund 200 Werke wurden damals zurückgegeben. Eine Jury des Integrationsbeirats wählte daraus 15 Motive aus, die nun in Form einer Wanderausstellung öffentlich gezeigt werden.

Die Ausstellungsteil lud zum Verweilen ein. An den ausgestellten Roll-Ups entwickelten sich zahlreiche Gespräche, Gedanken wurden geteilt, persönliche Statements hinterlassen. So wurde deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Rassismus nicht nur in Redebeiträgen stattfindet, sondern vor allem im Dialog zwischen Menschen.
Die Ausstellung kann künftig von Einrichtungen, Initiativen und Organisationen kostenlos ausgeliehen werden und steht damit weiterhin als Impuls für Austausch und Sensibilisierung zur Verfügung. Ansprechpartner hierfür ist der Integrationsbeirat der Stadt Kempten, Kontakt unter: integrationsbeirat@kempten.de.
Sowohl die ursprüngliche Plakataktion als auch die Konzeption der Wanderausstellung wurden durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie in Kempten ermöglicht. Der Aktionstag zeigte eindrucksvoll, wie solche Förderungen konkrete Räume für Begegnung, Beteiligung und Haltung schaffen können – und wie wichtig es ist, diese Möglichkeiten weiterhin aktiv zu nutzen.


