Demokratie lebt von Begegnung und Beteiligung

Rund 80 Gäste bei der 6. Demokratie- und Teilhabekonferenz der Kemptener Partnerschaft für Demokratie

Wie kann die demokratische Kultur in Kempten weiter gestärkt werden? Welche Herausforderungen beschäftigen die Stadtgesellschaft? Und wie können Vereine, Initiativen, Politik und Verwaltung noch besser zusammenarbeiten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der 6. Demokratie- und Teilhabekonferenz der Kemptener Partnerschaft für Demokratie.

Rund 80 Gäste aus Zivilgesellschaft, Jugend, Stadtpolitik und Verwaltung kamen am Mittwoch, 1. Juli 2026, in der Aula der Realschule an der Salzstraße zusammen. Neben aktuellen Entwicklungen im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und der Vorstellung der Kemptener Situations- und Ressourcenanalyse bot der Nachmittag vor allem viel Raum, um geförderte Projekte kennenzulernen, neue Kontakte zu knüpfen und miteinander über zukünftige Ideen ins Gespräch zu kommen.

Das Moderatorenteam in Aktion: Links Silvan Hecht, die Koordinierungs- und Fachstelle; rechts: Romana Eger, federführendes Amt
Das Moderatorenteam bei der Begrüßung: Links: Silvan Hecht (Koordinierungs- und Fachstelle); Rechts: Romana Eger (Federführendes Amt) © Demokratie leben! Foto: Patty Wollner

Gemeinsamer Auftakt für einen vielfältigen Nachmittag

Eröffnet wurde die Konferenz von Romana Eger aus dem Federführenden Amt und Silvan Hecht von der Koordinierungs- und Fachstelle der Kemptener Partnerschaft für Demokratie. Die beiden Organisierenden übernahmen zugleich die Moderation des Nachmittags.

Bereits zu Beginn wurde deutlich, was die Demokratie- und Teilhabekonferenz auszeichnet: Sie ist nicht nur eine Informationsveranstaltung, sondern ein gemeinsamer Treffpunkt für Menschen, die sich in ganz unterschiedlichen Bereichen für ein demokratisches und respektvolles Zusammenleben in Kempten einsetzen.

Einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen auf Bundesebene gab anschließend Frank von Woedtke vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, kurz BAFzA. Für seine Teilnahme hatte er die weite Anreise aus Schleife in Sachsen auf sich genommen.

In seinem Beitrag berichtete er über zahlreiche Veränderungen und Weiterentwicklungen, die für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ vorgesehen sind. Auch wenn viele Einzelheiten zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend konkretisiert waren, wurde eine grundsätzliche Richtung erkennbar: Die Partnerschaften für Demokratie sollen weiterhin als kommunale Netzwerke gestärkt werden und ihre Arbeit noch breiter in unterschiedliche Bereiche der Gesellschaft hineintragen.

Für die Kemptener Partnerschaft war dies ein ermutigendes Signal. Diese Ausrichtung knüpft nahtlos an die Arbeit der vergangenen beiden Jahre an: Die Kemptener Partnerschaft hat verstärkt den Kontakt zu neuen Gruppen, Einrichtungen und Vereinen gesucht, die bislang noch nicht oder nur wenig mit ihr verbunden waren und möchte dies auch weiterhin tun.

Die Kemptener Partnerschaft für Demokratie versteht sich ausdrücklich als offenes Netzwerk. Willkommen sind alle Vereine, Organisationen und Initiativen, die sich einem vielfältigen, respektvollen und demokratischen Miteinander verpflichtet fühlen – auch dann, wenn ihre eigentliche Arbeit auf den ersten Blick nicht unmittelbar mit politischer Bildung oder Demokratieförderung verbunden ist. Denn Demokratie wird nicht nur in Parlamenten gelebt. Sie zeigt sich ebenso im Vereinsleben, im Ehrenamt, in Bildungseinrichtungen, in Jugendgruppen, in sozialen Einrichtungen und überall dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Unterstützung durch Oberbürgermeister Christian Schoch

Im Anschluss begrüßte Oberbürgermeister Christian Schoch die Gäste. Es war die erste Demokratie- und Teilhabekonferenz während seiner Amtszeit.

In seiner Rede betonte er die Bedeutung demokratischen Engagements für die Stadt und würdigte insbesondere die erfolgreiche Netzwerkarbeit der Kemptener Partnerschaft für Demokratie. Dass der Oberbürgermeister hinter der Arbeit des Netzwerks steht, zeigte sich auch darin, dass er die Schirmherrschaft über die Kemptener Partnerschaft übernommen hat.

Oberbürgermeister Christian Schoch spricht sein Begrüßungswort vor versammelten Publikum
Oberbürgermeister und Schirmherr von Miteinander Kempten Gestalten Christian Schoch begrüßt die Gäste. © Demokratie leben! Foto: Patty Wollner

Dieses klare Bekenntnis zur lokalen Demokratieförderung wurde von den Gästen mit großem Applaus aufgenommen. Es machte deutlich: Eine lebendige demokratische Kultur braucht engagierte Bürgerinnen und Bürger, starke zivilgesellschaftliche Strukturen und eine Kommunalpolitik, die dieses Engagement unterstützt und sichtbar anerkennt.

Nach einem kurzen Update von Romana Eger zu aktuellen Entwicklungen aus dem Federführenden Amt folgte ein wissenschaftlicher Blick auf die Situation in Kempten.

Wo steht die Demokratie in Kempten?

Dr. Lisa Fischer vom Institut für Gesundheit und Generationen der Hochschule Kempten stellte die Situations- und Ressourcenanalyse zum Stand der Demokratie und der Demokratieförderung in Kempten vor. Die Untersuchung nimmt sowohl bestehende Herausforderungen als auch bereits vorhandene Stärken, Netzwerke und Handlungsmöglichkeiten in den Blick.

Zu den zentralen Empfehlungen gehört, politische Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten verständlicher und leichter zugänglich zu machen. Demokratische Mitwirkung soll möglichst niedrigschwellig, alltagsnah und in unterschiedlichen Formaten ermöglicht werden. Gleichzeitig gilt es, gezielt Menschen und Gruppen anzusprechen, die durch bisherige Angebote nur selten erreicht werden.

Dr Lisa Fischer stellt auf der Demokratiekonferenz die Situations- und Ressourcenanalyse vor.
Dr. Lisa Fischer stellt die Situations- und Ressoursenanalyse vor. © Demokratie leben! Foto: Patty Wollner

Darüber hinaus empfiehlt die Analyse, die Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik weiter zu stärken und bestehende Vereine, Initiativen und Einrichtungen noch besser miteinander zu vernetzen. Die vorgestellten Handlungsempfehlungen liefern damit wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung der Kemptener Partnerschaft für Demokratie.

Die Analyse bildet damit eine wichtige Grundlage für die zielgerichtete Weiterentwicklung der Kemptener Partnerschaft für Demokratie.

Einblick in die Arbeit der Koordinierungs- und Fachstelle

Anschließend übernahm Silvan Hecht von der Koordinierungs- und Fachstelle. Er gab den Gästen einen Überblick über die Schwerpunkte und die Arbeitsweise der Kemptener Partnerschaft für Demokratie im Jahr 2026.

Dabei gewährte er auch Einblicke in den Arbeitsalltag der Koordinierungs- und Fachstelle. Dieser reicht von der Beratung und Begleitung geförderter Projekte über die Organisation eigener Veranstaltungen bis zur Netzwerkarbeit und zur Entwicklung neuer Beteiligungs- und Informationsangebote.

Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden einen Ausblick auf die weiteren Aktivitäten der Partnerschaft. Der Beitrag machte sichtbar, wie vielfältig die Demokratieförderung in Kempten inzwischen aufgestellt ist und wie viele unterschiedliche Akteurinnen und Akteure daran beteiligt sind.

Nach dem inhaltlichen Programm im Plenum begann der bewusst offen gestaltete Teil der Konferenz. Nun standen die geförderten Projekte und die persönliche Vernetzung im Mittelpunkt.

Geförderte Projekte werden sichtbar

Im Gebäude waren verschiedene Informationsstände und Ausstellungen aufgebaut. Dort präsentierten sich Projekte, die während der aktuellen Förderperiode durch „Demokratie leben!“ in Kempten unterstützt wurden.

Die Gäste konnten sich über folgende Projekte informieren:

  • Linking History
    Träger: Lollipop e. V.
    Projektverantwortung: Veronika Dünßer-Yagci
  • Wir gegen Rassismus – Kempten zeigt Haltung – 100 % Menschenwürde
    Träger: Stadtjugendring Kempten
    Projektverantwortung: Integrationsbeirat Kempten
  • Gemeinsam durchstarten
    Träger: Kempodium
    Projektverantwortung: Annette Bareth und Andrea Kracker
  • Pop-up-Ausstellung: Pride Revolt
    Träger: Evangelisches Jugendwerk Kempten
    Projektverantwortung: Fabian Sonnenberg
  • Demokratie in der KI-Epoche
    Träger: Volkshochschule Kempten
    Projektverantwortung: Lena Kersten
  • Miteinander lesen – Vielfalt gestalten
    Träger: Allgäuer Lesefreu(n)de e. V.
    Projektverantwortung: Carmen Schöll und Christoph Schöll
  • Gedanken.Sprung
    Träger: HO!-Verein Kempten
    Projektverantwortung: Lisa Tietze-Hochreiter
  • ÜberMUT! EmpowertMEnt #gegenradikalisierung
    Träger: Sozialdienst Muslimischer Frauen e. V.
    Projektverantwortung: Jana Autor
  • Jugend. Gemeinsam. Gestalten.
    Träger: Sozialdienst Muslimischer Frauen e. V.
    Projektverantwortung: Max Victor

Die Präsentationen zeigten eindrucksvoll, wie unterschiedlich Demokratieförderung aussehen kann. Die Themen reichten von Erinnerungskultur, Rassismuskritik und Vielfalt über gemeinsames Lesen und kulturelle Begegnung bis hin zu künstlicher Intelligenz, Empowerment und Radikalisierungsprävention.

Zwei Personen im Schilderwald der Ausstellung Pride Revolt
Die Ausstellung Pride Revolt lud zum erkunden, durchlesen und informieren ein. © Demokratie leben! Foto: Patty Wollner

Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, durch das Gebäude zu gehen, die Projekte kennenzulernen und sich für eigene Vorhaben inspirieren zu lassen. Gleichzeitig entstanden viele Gespräche zwischen Menschen, die sich bisher noch nicht kannten oder bislang nur wenig Berührungspunkte miteinander hatten.

Eine Netzwerkkarte bringt Menschen miteinander ins Gespräch

Besonders großer Beliebtheit erfreute sich die eigens für die Konferenz entwickelte Netzwerkkarte. Die Postkarte enthielt verschiedene kleine Aufgaben, die während der Vernetzungsphase erledigt und abgehakt werden konnten.

Die Teilnehmenden wurden beispielsweise dazu angeregt, eine neue Person kennenzulernen, sich über eine Projektidee auszutauschen oder gezielt nach gemeinsamen Interessen und möglichen Kooperationen zu suchen. Auf der Rückseite bot die Karte freie Felder, um Namen und Kontaktdaten neuer Bekanntschaften direkt festzuhalten.

Ein Stapel Netzwerkarten. Auf der obersten wurden ein paar der Aufgaben bereits abgehakt.
Eine teilweise ausgefüllte Netzwerkkarte © Demokratie leben! Foto: Patty Wollner

Wie gut dieses Angebot angenommen wurde, zeigte sich auch an zwei besonders erfreulichen Rückmeldungen: Unabhängig voneinander kamen zwei Teilnehmende auf das Organisationsteam zu und präsentierten stolz ihre vollständig ausgefüllten Karten. Sie hatten nicht nur sämtliche Aufgaben erledigt, sondern auch alle Kontaktfelder mit neuen Bekanntschaften gefüllt.

Dieser kleine Moment brachte den Kerngedanken der Konferenz besonders schön auf den Punkt: Ein Netzwerk lebt nicht allein von Strukturen und Sitzungen, sondern vor allem von persönlichen Begegnungen, gegenseitigem Interesse und der Bereitschaft, aufeinander zuzugehen.

Ein gelungener Abschluss

Gegen 18.30 Uhr wurde das Buffet eröffnet. Bei Essen und Getränken konnten die begonnenen Gespräche fortgesetzt, Kontakte vertieft und erste Ideen weiterentwickelt werden. Nach einigen abschließenden Worten ging ein abwechslungsreicher und erfolgreicher Konferenztag zu Ende.

Drei Personen unterhalten sich vor einer Tafel. Dort sind verschieden Fragen zu psychischen Erkrankungen abgebildet.
Im Austausch beim Projekt des Hoi-Vereins. © Demokratie leben! Foto: Patty Wollner

Die 6. Demokratie- und Teilhabekonferenz hat gezeigt, wie groß das Engagement für ein demokratisches, vielfältiges und respektvolles Kempten ist. Rund 80 Gäste brachten unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Ideen zusammen. Zugleich wurde deutlich, wie wichtig Räume sind, in denen Zivilgesellschaft, Jugend, Politik und Verwaltung einander begegnen und gemeinsam an der Zukunft der Stadt arbeiten können.

Ein herzlicher Dank gilt allen Referierenden, Projektverantwortlichen, Mitwirkenden und Gästen, die zum Gelingen der Konferenz beigetragen haben.

Die Kemptener Partnerschaft für Demokratie freut sich darauf, die entstandenen Kontakte und Impulse weiterzuverfolgen – und im kommenden Jahr wieder gemeinsam mit vielen engagierten Menschen zur Demokratie- und Teilhabekonferenz zusammenzukommen.

Wir freuen uns darauf, die Demokratie- und Teilhabekonferenz im kommenden Jahr wieder gemeinsam mit euch zu gestalten!

Große Beteiligung am Zukunftsfest

Am Donnerstag, den 14. Mai 2026, fand in der bigBOX ALLGÄU das „Zukunftsfest“ statt. Veranstaltet wurde das Festival vom Zukunftsbündnis Allgäu gemeinsam mit der Gemeinwohl Gesellschaft e.V. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus Politik, Zivilgesellschaft und Stadtgesellschaft nutzten die Gelegenheit, um sich über Zukunftsfragen, Nachhaltigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe auszutauschen.

Auch „Demokratie leben!“ war mit einem interaktiven Stand vor Ort vertreten. Ziel war es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und einen niedrigschwelligen und respektvollen Austausch über politische und gesellschaftliche Themen anzuregen.

Mehrere Kinder stehen am Mitmachstand von „Demokratie leben!“ beim Zukunftsfest. Sie lesen die Aussagen auf den Abstimmungstafeln und werfen bunte Filzbälle in die Röhren, um ihre Meinung abzugeben.
Auch junge Besucherinnen und Besucher beteiligten sich an der Abstimmung gemeinsam mit DL-Teamerin Katharina Zöttl. Foto: @Silvan Hecht

Eine der beiden Mitmach-Stationen orientierte sich an politischen Thesen, ähnlich denen des Wahl-O-Mat. Anders als beim klassischen Format konnten die Besucherinnen und Besucher jedoch nicht nur zustimmen oder ablehnen, sondern ihre Reaktionen emotional einordnen. Die Antwortmöglichkeiten reichten von „Hilfe, das macht mir Angst!“ über „Buh, das ärgert mich!“ und „Yeah, das freut mich!“ bis hin zu „Hm, das macht mich traurig!“ oder „Hä, das überrascht mich!“. Dadurch entstanden viele Gespräche über politische Wahrnehmung, gesellschaftliche Debattenkultur und die zunehmende Emotionalisierung politischer Diskussionen. Die Station zeigt eindrucksvoll, wie Menschen gerade auch politische Forderungen oft emotional aufnehmen und einordnen.

Abstimmungsstation von „Demokratie leben!“ beim Zukunftsfest. Vier Plakate zeigen Aussagen zu Zukunfts- und Demokratiethemen. Darunter stehen durchsichtige Röhren, in denen bunte Filzbälle die abgegebenen Stimmen für Zustimmung oder Ablehnung sichtbar machen.
Mit bunten Filzbällen wurden Meinungen zu Zukunfts- und Demokratiethemen sichtbar gemacht. Foto: @Katharina Zöttl

An einer zweiten Station konnten sich die Teilnehmenden zu verschiedenen Zukunfts- und Demokratiethemen positionieren. Diskutiert wurden unter anderem Fragen nach mehr Mitspracherecht für junge Menschen, strengeren staatlichen Regeln für Nachhaltigkeit oder dem Verhältnis von Klimaschutz und persönlichen Freiheiten. Die Abstimmung erfolgte mithilfe von Filzbällen, die in entsprechend gekennzeichnete Plexiglasröhren eingeworfen wurden. So wurden die unterschiedlichen Meinungsbilder direkt sichtbar und regten weitere Diskussionen an.

Die beiden Stationen stießen während des gesamten Festivals auf großes Interesse und wurden von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern genutzt. Auch Oberbürgermeister Schoch sowie mehrere Stadträtinnen und Stadträte beteiligten sich an den Aktionen. Durch den interaktiven Charakter entstand so oft ein Austausch zwischen den städtischen Abgeordneten und der Bürgerschaft.

Oberbürgermeister Christian Schoch steht gemeinsam mit Demokratie-leben!-Teamer Nicolas Hefele vor der Abstimmungsstation beim Zukunftsfest. Schoch überlegt, wo er sein Bällchen hineinwerfen soll.
Oberbürgermeister Christian Schoch beteiligte sich gemeinsam mit Nicolas Hefele an der Mitmachaktion. Foto: @Judith Waczek

Das Festival zeigte eindrucksvoll, wie wichtig offene Begegnungsräume für demokratischen Austausch und gesellschaftliche Beteiligung sind. Gerade interaktive Formate ermöglichen es, Menschen unterschiedlicher Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen und demokratische Kultur aktiv erlebbar zu machen.

Das Zukunftsfest war der feierliche Teil des „Festivals der Zukünfte“, welches von der Gemeinwohl-Gesellschaft organisiert und von Demokratie leben mit gefördert wurde. Das Festival erstreckte sich über eine gesamte Woche, dort fand unter anderem ein Symposium mit mehren Perspektiven zum Thema Zukunft sowie diverse Angebote lokaler Vereine und Initiativen.

Unter dem Titel Miteinander Kempten gestalten gehört die Stadt Kempten zu zahlreichen Städten und Landkreisen, die im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! als Partnerschaft für Demokratie gefördert werden. Das Programm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Kempten erhält jährlich 140.000 Euro zur Unterstützung von Projekten, die demokratisches Engagement fördern und die Gesellschaft zusammenbringen.

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Gemeinsam Haltung zeigen: 100 Kemptener setzen starkes Zeichen

Am Samstag, den 21. März, wurde der Rathausplatz in Kempten zum Ort der Begegnung, des Austauschs und eines klaren gemeinsamen Statements. Rund 100 Kemptenerinnen und Kemptener kamen zusammen, um am internationalen Tag gegen Rassismus ein sichtbares Zeichen für Menschenwürde und Zusammenhalt zu setzen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam in einer Kooperation aus Integrationsbeirat, Amt für Integration und Stadtjugendring unter Förderung von Demokratie leben umgesetzt und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Engagement für eine solidarische Stadtgesellschaft aussehen kann.

Drohnenbild von Oben. Es sind viele Menschen zu sehen die sich in der Form von "100 %" aufstellen.
Zahlreiche Menschen beteiligen sich bei der Fotoaktion 100 % Menschenwürde und wolle damit ein klares Zeichen für Menschenrechte und gegen Rassismus setzen. Foto: @Ralf Lienert

Den Auftakt bildeten Redebeiträge von Oberbürgermeister Thomas Kiechle sowie der Integrationsbeauftragten und Vorsitzenden des Integrationsbeirats, İlknur Altan. Beide riefen dazu auf, sich gemeinsam für ein respektvolles Miteinander einzusetzen und deutlich Stellung gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu beziehen.

Auch kulturelle und kreative Beiträge machten die Veranstaltung zu einem lebendigen Erlebnis. Ein ukrainischer Chor setzte mit musikalischen Beiträgen bewegende Akzente. Die Theatergruppe der Realschule an der Salzstraße zeigte ein eindrucksvolles Stück gegen Online-Mobbing und machte deutlich, wie präsent Themen wie Ausgrenzung und Hass gerade im Alltag junger Menschen sind. Ergänzt wurde das Programm durch eine Poetry-Slam-Darbietung, die persönliche Gedanken und Fragen zum Thema Rassismus eindrucksvoll in Worte fasste.

Ein besonders starkes Symbol entstand im Anschluss: Zahlreiche Teilnehmende formierten sich auf dem Rathausplatz zu einer großen „100 %“ – ein klares Bekenntnis zu 100 Prozent Menschenwürde. Das entstandene Drohnenbild hielt diesen Moment fest und verdeutlichte eindrucksvoll den gemeinsamen Anspruch der Anwesenden, für eine offene und respektvolle Stadtgesellschaft einzustehen.

Den Abschluss bildete die feierliche Eröffnung der neu konzipierten Wanderausstellung „Wir gegen Rassismus – Kempten zeigt Haltung“ in der Schrannenhalle. Die Ausstellung greift eine Aktion des vergangenen Jahres auf, bei der Bürgerinnen und Bürger in ganz Kempten die Möglichkeit hatten, eigene Plakate gegen Rassismus zu gestalten. Rund 200 Werke wurden damals zurückgegeben. Eine Jury des Integrationsbeirats wählte daraus 15 Motive aus, die nun in Form einer Wanderausstellung öffentlich gezeigt werden.

Zahlreiche Menschen schauen sich in der Schrannenhalle des Rathauses die Ausstellung an.
Die Ausstellung lädt zum verweile, grübeln und Gedanken austauschen ein. Foto: @Sabine Fixmer

Die Ausstellungsteil lud zum Verweilen ein. An den ausgestellten Roll-Ups entwickelten sich zahlreiche Gespräche, Gedanken wurden geteilt, persönliche Statements hinterlassen. So wurde deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Rassismus nicht nur in Redebeiträgen stattfindet, sondern vor allem im Dialog zwischen Menschen.

Die Ausstellung kann künftig von Einrichtungen, Initiativen und Organisationen kostenlos ausgeliehen werden und steht damit weiterhin als Impuls für Austausch und Sensibilisierung zur Verfügung. Ansprechpartner hierfür ist der Integrationsbeirat der Stadt Kempten, Kontakt unter: integrationsbeirat@kempten.de.

Sowohl die ursprüngliche Plakataktion als auch die Konzeption der Wanderausstellung wurden durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie in Kempten ermöglicht. Der Aktionstag zeigte eindrucksvoll, wie solche Förderungen konkrete Räume für Begegnung, Beteiligung und Haltung schaffen können – und wie wichtig es ist, diese Möglichkeiten weiterhin aktiv zu nutzen.

Großes Interesse an Demokratieförderung: Bündnis nimmt Entscheidung vor

Das lokale Bündnis im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ hat am 24. Februar über die ersten Projektanträge für das Jahr 2026 entschieden. Bereits im Vorfeld wurde deutlich, wie groß das Interesse an Demokratieförderung in Kempten ist: Insgesamt 17 Anträge mit einem Gesamtvolumen von über 60.000 Euro wurden eingereicht.

Diese hohe Beteiligung hat das Bündnis sehr gefreut – gleichzeitig stellte sie die Mitglieder vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Da die zur Verfügung stehenden Fördermittel begrenzt sind, musste zwischen zahlreichen überzeugenden Projektideen priorisiert werden. Die Diskussionen waren entsprechend intensiv, denn mehrere qualitativ sehr gute Anträge konnten trotz ihres Engagements und ihrer Relevanz leider nicht berücksichtigt werden.

Am Ende wurden elf Projekte positiv bewertet, die im Laufe des Jahres zur Stärkung von Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt in Kempten beitragen werden.

Diese Projekte wurden zur Förderung ausgewählt

  • Gedanken.Sprung: psychische Erkrankungen zwischen Zuschreibung und Wirklichkeit
    Ein Projekt, das sich mit gesellschaftlichen Vorurteilen gegenüber psychischen Erkrankungen auseinandersetzt und Räume für Austausch und Sensibilisierung schafft.
  • 100 % Menschenwürde – Tag gegen Rassismus 2026
    Aktionen und Veranstaltungen rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus, die für Menschenwürde und ein respektvolles Miteinander sensibilisieren.
  • Café International
    Ein offener Begegnungsort, der Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt und interkulturellen Austausch fördert.
  • Queer the Street
    Öffentlichkeitswirksame Aktionen zur Sichtbarkeit queerer Lebensrealitäten und zur Förderung von Akzeptanz im öffentlichen Raum.
  • Über:MUT! EmpowerMEnt #gegenradikalisierung
    Angebote zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und demokratischen Kompetenzen, sowie vorbeugen extremistischer Tendenzen bei jungen Menschen.
  • Zukunftsfest mit Markt der Möglichkeiten in Kempten
    Ein Beteiligungsfest, das lokale Initiativen sichtbar macht und Bürgerinnen und Bürger zum Mitgestalten einlädt.
  • Interkultureller Poetry Slam zum Thema „Menschenwürde ist unantastbar“
    Kreative Auseinandersetzung von Menschen mit Fluchterfahrung mit demokratischen Werten durch Sprache, Kunst und Begegnung.
  • „Grenzgebiet Körper“ – Filmreihe zur Grenzerfahrung Körper
    Filmische Impulse und Diskussionen zu Fragen von Identität, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Normen. Wie selbstbestimmt ist unser Körper eigentliche?
  • Internationaler Tag der Kinderrechte
    Aktionen zur Stärkung von Kinderrechten und zur Sensibilisierung für Beteiligung und Schutz von jungen Menschen.
  • „Demokratie und Menschenrechte – Gemeinsam leben und respektieren“
    Bildungsangebote und Workshops zur Förderung von Respekt, Vielfalt und demokratischem Zusammenleben.
  • Willkommen im Wir – Theaterpädagogisches Projekt
    Ein partizipatives Theaterprojekt, das Gemeinschaftserfahrungen ermöglicht und soziale Kompetenzen stärkt.

Große Nachfrage trifft auf begrenzte Mittel

Die Erfahrungen aus der ersten Antragsrunde zeigen deutlich: Das Engagement für Demokratieförderung in Kempten ist hoch – gleichzeitig sind die finanziellen Mittel begrenzt. Auch künftig in kommenden Jahren kann es passieren, dass schon zu Beginn des Jahres viele Mittel vergeben sind.

Um die Chancen auf eine Förderung zu erhöhen, kann es sinnvoll sein, Projektideen möglichst in der ersten Antragsfrist des Jahres einzureichen. Gleichzeitig bleibt eine Bewerbung zu späteren Zeitpunkten immer möglich. Interessierte sollten daher weiterhin die aktuellen Ausschreibungen und Fristen im Blick behalten.

Projektidee? Jetzt Kontakt aufnehmen

Sollten Sie jetzt auch eine Idee für ein demokratiestärkendes Projekt haben, dann wenden Sie sich jederzeit an die Koordinierungs- und Fachstelle. Eine frühzeitige Beratung hilft dabei, Projektansätze zu schärfen und Fördermöglichkeiten realistisch einzuschätzen.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit 2015 zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie, Vielfalt und Extremismusprävention.

In Kempten werden im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie seit 2021 unter dem Motto „Miteinander Kempten gestalten“ lokale Projekte gefördert, die Beteiligung ermöglichen, gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und demokratische Kompetenzen vermitteln.

Die Förderung erfolgt projektbezogen und jeweils innerhalb eines Kalenderjahres. Über die Auswahl entscheidet ein lokales Bündnis aus Vertreterinnen und Vertretern von Zivilgesellschaft, Verwaltung und weiteren relevanten Akteuren.

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Offene Ausschreibung zur Kunstnacht Kempten 2026

Welche Staatsform hat der Garten Eden?

Im Rahmen der Kunstnacht Kempten 2026 schreibt die Koordinierungs- und Fachstelle (KuF) des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in Kempten ein künstlerisches Projekt zur Konzeption und Umsetzung aus.

Unter der Leitfrage „Welche Staatsform hat der Garten Eden?“ sind Künstler:innen und Künstler:innenkollektive eingeladen, sich künstlerisch und ergebnisoffen mit Fragen von Ordnung, Regeln, Macht, Freiheit und Zusammenleben auseinanderzusetzen. Das Projekt soll im Rahmen der Kunstnacht am Samstag, 26. September 2026 der breiten Stadtgesellschaft zugänglich gemacht werden und einen offenen Diskurs anregen.

Die Ausschreibung ist spartenoffen: Bewerbungen aus allen Bereichen der Kunst – von bildender und performativer Kunst über Klang-, Text- oder Medienkunst bis hin zu partizipativen oder hybriden Formaten – sind ausdrücklich willkommen.

Für die Umsetzung des Projekts steht ein Budget von bis zu 5.000 Euro zur Verfügung. Der Ort der Umsetzung ist offen; optional besteht die Möglichkeit, das Projekt in der Kunstfabrik Kempten zu präsentieren.

Bewerbungsschluss ist der 22. Februar 2026.

Alle Informationen zur Ausschreibung sowie zu den Bewerbungsmodalitäten finden sich in der ausführlichen Ausschreibung.

Differenziert über den Nahostkonflikt sprechen – Vortrag an der VHS Kempten

Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen in der Volkshochschule Kempten zusammen, um sich im Rahmen des Vortrags „Differenziert über den Nahostkonflikt sprechen: Der Krieg zwischen Israel und der Hamas im historischen und politischen Kontext“ mit einem der derzeit an den stärksten polarisierten Themen auseinanderzusetzen.

Referent Dr. Sascha Ruppert-Karakas rechts im Bild zu Beginn des Vortrags
Dr. Sascha Ruppert-Karakas zu beginn seines Vortrages, Foto @Silvan Hecht

Der Politikwissenschaftler Dr. Sascha Ruppert-Karakas (LMU München) machte zu Beginn deutlich, dass der Abend keinen vollständigen Überblick über die gesamte Konfliktgeschichte leisten könne. Ziel sei vielmehr eine faktische Einordnung eines stark emotionalisierten Diskurses – mit dem Anspruch, politische Logiken zu verstehen, ohne Gewalt oder Akteure zu rechtfertigen. Der Vortrag bewegte sich dabei bewusst innerhalb einer liberal-demokratischen Perspektive, orientiert an Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Pluralismus.

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Frage, warum undifferenziertes Sprechen über den Nahostkonflikt problematisch ist. Ruppert-Karakas zeigte auf, dass vereinfachende Narrative autoritären Akteuren nutzen, zivilgesellschaftliche Stimmen marginalisieren und den Konflikt zur Projektionsfläche innerdeutscher Auseinandersetzungen machen. Der Ruf nach „klaren Positionen“ greife dabei häufig zu kurz und blende die reale Komplexität aus.

Der Referent erklärt dem interessierten Publikum welche Narrative hinter dem Begriff Terrorhochburg stecken
Dr. Sascha Ruppert-Karakas erklärt dem interessierten Publikum, welche Narrative und Probleme hinter dem Begriff „Terrorhochburg“ stecken, Foto @Mariella Simnacher

Inhaltlich spannte der Vortrag einen Bogen vom historischen Kontext der Gewaltspiralen über die gescheiterten Oslo-Friedensverhandlungen bis hin zur Eskalation seit dem 7. Oktober 2023. Dabei wurde sowohl das von der Hamas verübte Massaker an der israelischen Zivilbevölkerung als auch die militärische Reaktion Israels und deren gravierende humanitäre Folgen für die Zivilbevölkerung in Gaza klar benannt und völkerrechtlich eingeordnet.

Besonders diskutiert wurde die scheinbare Unlösbarkeit des Konflikts. Ruppert-Karakas zeigte, wie sich auf beiden Seiten über Jahrzehnte hinweg Gewalt, Polarisierung und Dehumanisierung gegenseitig verstärkt haben – und welche Interessen autoritäre Akteure an der Fortführung dieses Zustands haben. Zugleich nahm er verbreitete Deutungsmuster kritisch in den Blick, etwa die Gleichsetzung Gazas mit Hamas oder vereinfachende Begriffe wie „Terrorhochburg“, die analytisch mehr verdecken als erklären.

In der anschließenden Fragerunde, die intensiv genutzt wurde, ging es nicht nur um den Konflikt vor Ort, sondern auch um die Situation in Deutschland: Wie kann hierzulande differenziert und würdevoll über Israel und Palästina gesprochen werden, ohne Antisemitismus, Rassismus oder Kollektivzuschreibungen zu reproduzieren? Die Diskussion zeigte deutlich das Bedürfnis nach Orientierung und nach einem Diskursraum jenseits von moralischer Zuspitzung.

Das Publikum mit Organisator Silvan Hecht und Referenten Sascha Ruppert-Karakas im Gespräch, wie würdevoll zu dem Thema gesprochen werden kann.
Das Publikum mit Organisator Silvan Hecht und Referenten Sascha Ruppert-Karakas im Gespräch, wie würdevoll zu dem Thema gesprochen werden kann, Foto @Mariella Simnacher

Auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung blieben zahlreiche Teilnehmende noch vor Ort, um im persönlichen Austausch mit dem Referenten, dem Veranstalter und untereinander weiterzudiskutieren.

Organisiert und finanziert wurde der Vortrag von der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ Kempten (Silvan Hecht) in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Kempten. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig es ist, gerade bei hochumstrittenen Themen Räume für differenzierten, respektvollen und informierten Austausch zu schaffen.

Unter dem Titel Miteinander Kempten gestalten gehört die Stadt Kempten zu zahlreichen Städten und Landkreisen, die im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! als Partnerschaft für Demokratie gefördert werden. Das Programm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Kempten erhält jährlich 140.000 Euro zur Unterstützung von Projekten, die demokratisches Engagement fördern und die Gesellschaft zusammenbringen.

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Bericht – „Sag deine Meinung zu Demokratie in Kempten“

Wie blicken Jugendliche in Kempten auf Demokratie, ihre Werte und politische Teilhabe?

Unsere Online-Umfrage „Sag deine Meinung zu Demokratie in Kempten!“ zeigt: Die junge Generation verbindet klare Erwartungen, Hoffnungen, aber auch kritische Einschätzungen mit dem demokratischen Zusammenleben in ihrer Stadt.

Den gesamten Oktober über konnten Jugendliche und junge Erwachsene an der Online-Umfrage teilnehmen. Die Fragen reichten von „Welche Werte verbindest du mit Demokratie?“ über die wichtigsten Politikfelder und Beteiligungsformate bis hin zu konkreten Forderungen. Durchgeführt wurde die Umfrage von der Koordinierungs- und Fachstelle (KuF) im Rahmen von „Demokratie leben!“ in Kempten.

Ein Pärchen schaut gespannt auf die Bühne wo gerade sich die beiden Hosts des Abends vorstellen
Die Moderatoren (Silvan Hecht links, Anastasia Zoubarev rechts) des Abends stellen sich und das Format der Onlineumfrage kemptener Jugendlicher vor

Die Ergebnisse aus den knapp 30 Fragen wurden am 14. November 2025 von Silvan Hecht (KuF) und Anastasia Zoubarev aus dem federführenden Amt in der Kunstfabrik Kempten präsentiert. Im Anschluss diskutierten Jugendliche, Vertreter*innen der Jugendkommission (JuKo) sowie weitere Interessierte über die Ergebnisse.

Wie definieren Jugendliche Demokratie?

Der Begriff „Demokratie“ wird von Jugendlichen sehr individuell beschrieben. Besonders häufig genannt wurden:

  • Werte wie Freiheit, Gleichberechtigung und Mitbestimmung
  • Die Möglichkeit, sich ohne Angst äußern zu können
  • Das Prinzip, dass niemand unterdrückt oder ausgeschlossen wird

    Viele Jugendliche verbinden Demokratie mit fairer Beteiligung und gegenseitiger Akzeptanz.

    Beteiligung und Mitbestimmung

    Ein starkes Signal: 89 % der Befragten wollen wählen gehen, sobald sie können, oder haben bereits gewählt. Viele glauben, dass ihre Stimme etwas bewirken kann – auch wenn Veränderungen oft erst durch die Summe vieler einzelner Entscheidungen entstehen.

    Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse einen kritischen Blick: Manche Jugendliche fühlen sich politisch nicht immer ernst genommen oder nicht ausreichend beteiligt.

    Nach eigener Einschätzung können Jugendliche ihre Meinung in Kempten am besten einbringen durch:

    • Wahlen
    • Schule
    • Social Media

    Weniger als Beteiligungswege wurden die JuKo sowie Gespräche mit Politiker*innen wahrgenommen.

    Teilnehmer hören interessiert der Präsentation der Ergebnisse zu. Vorne stehen Silvan Hecht und Anastasia Zoubarev und präsentieren die Antworten, an welchen politischen Veranstaltungen sich kemptener Jugendliche bereits beteiligt haben.
    Die Ergebnisse auf die Frage bei welchen politischen Veranstaltungen kemptener Jugendlicher bereits teilgenommen haben werden die Ergebnisse vorgestellt

    35 % gaben an, ihre Meinung über Aktionen und Veranstaltungen in Kempten einbringen zu können, wobei insbesondere die Berufsschule mit über 70 % hervorstach. Gleichzeitig haben jedoch nur 30 % der Befragten bereits an einer solchen Aktion teilgenommen.

    Daraus ergibt sich ein klarer Wunsch nach sichtbareren und niedrigschwelligeren Möglichkeiten, Politik mitzugestalten. Genannt wurden u. a.:

    • Mehr politische Initiativen und Projekte an Schulen
    • Niederschwellige Informationen, wo Engagement möglich ist
    • Wertschätzende und direkte Kommunikation mit Politiker*innen
    • Beteiligung bei jugendrelevanten Themen
    • Mehr Räume für Jugendliche

    Ein zentraler Punkt: Junge Menschen möchten gehört werden – nicht nur symbolisch, sondern mit echter Wirkung.

    Wahlalter und politische Einstellungen

    Bei der Frage zur Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre sprachen sich über 50 % dafür aus. Zustimmung kam besonders von Mädchen und Minderjährigen, während sich viele Jungen mehrheitlich dagegen aussprachen.

    Vertrauen in Institutionen

    Beim Vertrauen in Institutionen zeigten sich deutliche Unterschiede:

    • Besonders hohe Werte erhielt die Polizei
    • Weniger Vertrauen besteht gegenüber Presse, TV-Nachrichten und dem Bundestag

    Zwischen Geschlechtern und Altersgruppen zeigen sich klare Trends:

    • Jungen vertrauen Institutionen insgesamt stärker als Mädchen
    • Ältere Jugendliche vertrauen Institutionen weniger als Jüngere
    • Besonders Mädchen misstrauen politischen Einrichtungen

    Fazit

    Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Demokratie von den Jugendlichen in Kempten grundsätzlich positiv gesehen wird und die demokratischen Werte – je nach Gruppe – stark verankert sind. Obwohl Demokratie vor allem in Schulen sichtbar wird, fühlen sich viele Jugendliche nicht ausreichend gehört, und die Wege zur politischen Teilhabe sind zwar vorhanden, jedoch oft unklar oder schwer zugänglich.

    Insgesamt zeigt sich ein eher normatives Demokratieverständnis: Jugendliche beurteilen Demokratie vor allem anhand von Werten und Idealvorstellungen, weniger aus konkreter Erfahrung aktiver Mitbestimmung.

    Erste Teamer:innen-Schulung – Gemeinsam für Demokratie aktiv

    Am Montag, den 27. Oktober 2025, fand in der Volkshochschule Kempten unsere erste Teamer:innenschulung statt. In kleiner, aber engagierter Runde kamen interessierte Personen zusammen, um zu lernen wie sie als Teamer:innen bei „Demokratie leben!“ aktiv werden können. Mit dieser Veranstaltung fiel der Startschuss für alle, die künftig unsere Arbeit vor Ort unterstützen und mitgestalten möchten.

    Im Mittelpunkt des Treffens stand der Aufbau des Teamer:innen-Pools, einem Netzwerk engagierter Menschen, die sich im Namen von „Demokratie leben!“ für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt stark machen. Die Teamer:innen unterstützen uns in Zukunft bei Events und profitieren gleichzeitig durch neue Kontakte, Austausch mit anderen engagierten Personen und der Förderung durch Schulungen.

    die Erste Teamer:innenschulung: Vorne an der Tafel sitzt Silvan Hecht die Koordinierungs- und Fachstelle und erklärt interessierten Zuhörern (rechts im Bild) Organisatorisches zum Teamer:innenpool
    Die Koordinierungs- und Fachstelle Silvan Hecht erklärt interessierte Teamer:innenanwärter die Grundlagen der Tätigkeit Foto: @Anastasia Zoubarev

    Der Schulungsabend begann um 18:00 Uhr mit einem offenen Ankommen, einer kurzen Vorstellungsrunde und der Frage nach der Motivation der Teilnehmenden. Einige wurden über die Hochschule auf das Angebot aufmerksam, andere engagieren sich bereits in der Jugendkommission. Schnell wurde klar: Offenheit, Kommunikationsfreude und Teamgeist sind die wichtigsten Eigenschaften für Teamer:innen.

    Silvan Hecht, Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ Kempten, stellte das Bundesprogramm vor, gab einen Überblick über Ziele, Strukturen und Themenschwerpunkte und erklärte wie die Arbeit im Teamer:innen-Pool aussieht.

    Für einen Einblick in die praktische Arbeit berichteten zwei Praktikantinnen im Amt für Integration, Anastasia Zoubarev und Mariella Simnacher, von ihrem Einsatz beim Connected Women Day. Dort betreuten sie den Stand von „Demokratie Leben!“ und setzten Demokratie-Spiele ein, um Besucherinnen spielerisch ins Gespräch über politische Themen zu bringen. So erhielten die Teilnehmenden einen Eindruck davon, wie niedrigschwellig politische Bildung und Austausch gestaltet werden können und wie typische Aufgaben von Teamer*innen aussehen können.

    Zum Abschluss stellte Silvan Hecht, geplante Veranstaltungen und Aktivitäten für das laufende und kommende Jahr vor, darunter weitere Schulungen und Teamevents. In einer offenen Runde konnten Fragen geklärt und Ideen ausgetauscht werden.

    Die Schulung bot einen gelungenen Mix aus Information, Praxis und Austausch und war ein motivierender Start für alle, die sich künftig mit uns für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Kempten engagieren möchten. Interessierte, die ebenfalls Teil des Teamer:innen-Pools werden möchten, können sich gerne bei Silvan Hecht melden.

    Wir wünschen allen angehenden Teamer:innen viel Freude, Energie und Erfolg bei ihrem Engagement!

    Unter dem Titel „Miteinander Kempten gestalten“ realisiert die Stadt Kempten das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Ziel des Programmes ist es, durch die Förderung von Projekten und Initiativen, demokratisches Engagement zu stärken, Vielfalt sichtbar zu machen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort unterstützen, um Radikalisierungen und Polarisierungen entgegenzuwirken.

    Miteinander Kempten Gestalten Logo gemeinsm mit dem Demokratie Leben! Logo
    Die Förderlogos von Miteinander Kempten Gestalten und dem Bundesprojekt Demokratie leben!

    Demokratie leben! beim Connected Women Day

    Am Samstag, den 11. Oktober 2025, wurde Kempten zum Treffpunkt für inspirierende Begegnungen: Der Connected Women Day brachte Frauen jeglicher Herkunft und jeden Alters zusammen, um sich auszutauschen, zu vernetzen und gegenseitig zu stärken. Der Tag, welcher von Frauen für Frauen organisiert wurde, bot ein vielfältiges Programm, welches neben spannenden Impulsvorträgen zu den Themen „Arbeit und Ausbildung“ und „Wohnung finden“ auch kreative ebenso wie sportliche Workshops und informative Stände engagierter Projekte und Einrichtungen umfasste.  

    Auch wir von Demokratie leben! wurden durch unsere Teamerinnen Mariella Simnacher und Anastasia Zoubarev mit einem eigenen Stand vertreten. Unser Anliegen war es mithilfe zweier Spiele, die zum ersten Mal zum Einsatz kamen, den Dialog über gesellschaftliche Themen, die vor allem Frauen betreffen, anzuregen und zu zeigen, dass Mitbestimmung, Austausch und gegenseitiger Respekt Grundpfeiler einer lebendigen Demokratie sind.

    Teamerinnen Mariella Simnacher und Anastasia Zoubarev bei der Betreuung des Abstimmungsspiels
    Teamerinnen Mariella Simnacher und Anastasia Zoubarev bei der Betreuung des Abstimmungsspiels
    Foto: @Mariana Vázquez

    Besonders beliebt war vor allem das Abstimmungsspiel, bei dem die Teilnehmerinnen zu verschiedenen Aussagen kleine Filzbälle in das „Stimme zu“-Rohr oder das „Stimme nicht zu“-Rohr werfen konnten. Dieses Spiel ist ein einfacher aber doch wirkungsvoller Weg, um sichtbar zu machen, was Frauen in Kempten bewegt. So entstand im Laufe des Tages ein buntes Meinungsbild rund um Aussagen zu Selbstbestimmung, Engagement und Gleichberechtigung.

    Während viele Frauen der Meinung waren, dass Kempten ihnen ausreichend Möglichkeiten bietet, sich in der Gesellschaft oder Politik einzubringen, zeigte sich bei der Frage nach Führungspositionen ein gemischtes Stimmungsbild. In Gesprächen mit den Teilnehmerinnen konnten wir feststellen, dass die Frauen, die nicht die Möglichkeit haben in einer Führungsposition zu arbeiten, der Aussage, dass in Kempten schon viel getan wird, damit mehr Frauen in Führungspositionen kommen, eher nicht zustimmen. Besonders deutlich war das Bild bei der Aussage nach Vereinbarung von Familie und Beruf. Hier machten die meisten Frauen deutlich, dass äußere Strukturen, wie flexible Arbeitszeiten oder Kinderbetreuung, entscheidend sind und die Vereinbarung von Familie und Beruf somit nicht von der individuellen Organisation abhängig ist. Zuletzt erhielt die Aussage, dass Frauen selbstbewusster ihre Wünsche und Forderungen äußern sollten, statt auf Veränderungen von außen zu warten, große Zustimmung.

    Das Abstimmungsspiel mit den Ergebnissen des Tages
    Das Abstimmungsspiel mit den Ergebnissen des Tages. Foto @Anastasia Zoubarev

    Die Ergebnisse des Abstimmungsspiels zeigen deutlich, dass demokratische Teilhabe und Gleichberechtigung in Kempten bereits gelebte Werte darstellen, welche aber noch ausbaufähig sind. Viele Frauen fühlen sich gehört und sehen Möglichkeiten sich gesellschaftlich oder politisch einzubringen, was ein positives Signal für das lokale Engagement ist. Gleichzeitig ist erkennbar, dass Chancengleichheit in Führungspositionen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterhin zentrale Themen bleiben, bei denen die Frauen, zumindest bezüglich des Themas Führungspositionen, Verbesserungspotenzial sehen. Ein besonders ermutigendes Zeichen war die hohe Zustimmung zur Aussage, dass Frauen selbstbewusster einfordern sollen was sie wollen. Das verdeutlicht den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung und Eigeninitiative, was eine wichtige Voraussetzung für eine lebendige Demokratie ist, in der jede Stimme zählt.

    Auch unser „Emotionsspiel“ sorgte für intensive Gespräche. Zu Themen wie Frauenhäuser, Gewaltschutzgesetz, Gender Pay Gap und mehr konnten sich die Teilnehmerinnen auf einen Kreis stellen, der ihrer Gefühlslage am nächsten kommt. Mithilfe der aufklärenden Themen konnten die Frauen nicht nur Neues lernen, sondern sich auch untereinander über verschiedene Themen unterhalten.

    Plakate von laufenden und zukünftigen Projekten von Demokratie leben! Foto: @Anastasia Zoubarev

    Für unser Projekt Demokratie leben! bedeutet das weiterhin auf die Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe zu achten und auch für Frauen mehr Räume zu schaffen, in denen sie ihre Meinung äußern und sich vernetzen können. Zudem sollte der Dialog, besonders zwischen verschiedenen Lebensrealitäten, gefördert werden, um gegenseitiges Verständnis zu vertiefen und Frauen ermutigen ihre Interessen öffentlich zu vertreten.

    Insgesamt konnten die Ergebnisse verdeutlichen, dass Demokratie schon im Kleinen beginnt: In Gesprächen untereinander, einem respektvollen Austausch und Abstimmungen. Jede Begegnung, bei der Meinungen gehört und Unterschiede anerkannt werden, trägt zu einer demokratischeren und gerechteren Gesellschaft bei.

    Neben der Vernetzung der Frauen, konnten wir von Demokratie leben! auf spielerischem Wege die Frauen über aktuelle gesellschaftliche Themen aufklären und den Dialog unter ihnen, aber auch mit uns fördern. Gleichzeitig hatten alle Teilnehmerinnen die Möglichkeit ihre Meinung, mithilfe des Abstimmungsspiels, sichtbar zu machen und somit ihre Meinung zu bestimmten Sachverhalten, die auch Kempten betreffen, zu äußern. Durch unsere Teilnahme am Connected Women Day konnten wir unseren grundlegenden Zielen, wie demokratisches Engagement vor Ort fördern, Zivilgesellschaft stärken und demokratische Beteiligung entwickeln, nachgehen und somit auch diese Werte weitergeben.

    Die zwei Spiele können gerne auf Anfrage ausgeliehen werden. Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, welches vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, zielt insbesondere darauf ab zivilgesellschaftliches Engagement für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander und die Arbeit gegen Radikalisierungen und Polarisierungen in der Gesellschaft zu schaffen. Die Demokratie braucht Menschen, die demokratische Kultur leben, sie erhalten und gestalten. Diese Menschen stärken wir, indem wir Projekte zur Förderung von Demokratie und Vielfalt in Kempten entwickeln und umsetzen und Präventionsarbeit gegen jegliche Form von Extremismus und demokratie- als auch menschenfeindliche Haltungen leisten.

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    Die Förderlogos von Miteinander Kempten Gestalten und dem Bundesprojekt Demokratie leben!

    Ein gelungener Auftakt für das neue Bündnis „Miteinander Kempten gestalten“

    Eine konstituierende Sitzung ist immer etwas Besonderes – so auch am 1. Oktober 2025, als sich das neue Bündnis für die Partnerschaft für Demokratie in Kempten („Miteinander Kempten gestalten“) erstmals zusammenfand. Mit dieser Sitzung beginnt offiziell die Arbeit des Gremiums, das künftig die inhaltliche Ausrichtung des Bundesprogramms Demokratie leben! vor Ort mitgestaltet.

    Das Bündnis vereint eine große Bandbreite an Stimmen aus der Stadtgesellschaft: Von Stadtverwaltung, Schulen und Hochschule über Sport und Kultur bis hin zu Beiräten und engagierten Vertreter:innen aus Jugend, Integration, Seniorenarbeit und Inklusion. Diese Vielfalt macht das Gremium zu einem Spiegel der demokratischen Kultur in Kempten und sichert, dass die Perspektiven vieler gesellschaftlicher Gruppen Gehör finden.

    Gruppenbild des Bündnisses
    Das neue Bündnis: Hinten vlnr. Kjemal Tushi, Silvan Hecht, Oliver Huber, Dominik Tartler, Nicolas Hefele, Philipp Wagner, Jonathan Zengerle, Romana Eger und Vorne vlnr. Priska Hecht, Ilknur Altan, Tanja Zwick, Hildegard John, Katharina Simon und Gökcen Yüksel

    Im Einzelnen gehören dem Bündnis an:

    • Stadtverwaltung: Oliver Huber und Andreas Busse (Amt für Jugendarbeit), Katharina Simon (Gleichstellungsbeauftragte), Ilknur Altan (Integrationsbeauftragte) sowie Dominik Tartler (Jugendbeauftragter).
    • Zivilgesellschaftliche Vertreter:innen: Nicolas Hefele und Jonathan Zengerle (Jugendkommission), Tanja Zwick (Grund- und Mittelschulen), Hildegard John (Sport), Prof. Dr. Gökcen Yüksel (Hochschule Kempten), Uwe Liebert (Beirat für Menschen mit Behinderung), Dr. Christine Buschbeck (Seniorenpolitischer Beirat) sowie Kjemal Tushi (Integrationsbeirat).
    • Noch vakant sind die Sitze für den Bereich Kultur sowie für die Realschulen/Gymnasien.
    • Nicht stimmberechtigt: Silvan Hecht (Koordinierungs- und Fachstelle) sowie Philipp Wagner, Priska Hecht und Romana Eger (federführendes Amt).

    Eröffnet wurde die Sitzung von Amtsleiter Philipp Wagner, der die anwesenden Mitglieder herzlich begrüßte. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde stand die künftige Geschäftsordnung des Bündnisses auf der Tagesordnung. Diese wurde vorgestellt und intensiv diskutiert, sodass in einer der kommenden Sitzungen über ihre endgültige Annahme entschieden werden kann.

    Einen wichtigen Schwerpunkt bildete die Beratung über eingereichte Projektanträge. Fünf Vorhaben aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wurden vorgestellt und auf ihre Förderfähigkeit geprüft. Alle Anträge erhielten die Zustimmung des Gremiums – ein deutliches Zeichen dafür, wie breit das Engagement in Kempten aufgestellt ist und wie vielfältig die Ideen für eine lebendige Demokratie vor Ort sind.

    s Bündnis bei der Diskussion über einen Antrag
    Das Bündnis bei der Beratung eines Antrages im großen Sitzungssaal des Rathauses

    Im Anschluss präsentierte die Koordinierungs- und Fachstelle ihre aktuellen Projekte und Aktivitäten. Zum Ende der Sitzung wurde zudem über die zukünftige Ausrichtung des Programms gesprochen, insbesondere im Hinblick auf die Kommunalwahl im März 2026. Dabei wurde bereits spürbar, dass das Bündnis nicht nur Förderentscheidungen trifft, sondern auch Impulse für die demokratische Kultur in der Stadt setzt.

    Nach diesem gelungenen Auftakt wünschen wir den Mitgliedern des Bündnisses viel Erfolg und ein glückliches Händchen für ihre wichtige Aufgabe. Gemeinsam soll es in den kommenden Jahren gelingen, die Demokratie vor Ort zu stärken, Vielfalt zu gestalten und Extremismus vorzubeugen.

    Unter dem Titel Miteinander Kempten gestalten gehört die Stadt Kempten zu zahlreichen Städten und Landkreisen, die im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! als Partnerschaft für Demokratie gefördert werden. Das Programm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Kempten erhält jährlich 140.000 Euro zur Unterstützung von Projekten, die demokratisches Engagement fördern und die Gesellschaft zusammenbringen.

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