Großes Interesse an Demokratieförderung: Bündnis nimmt Entscheidung vor

Das lokale Bündnis im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ hat am 24. Februar über die ersten Projektanträge für das Jahr 2026 entschieden. Bereits im Vorfeld wurde deutlich, wie groß das Interesse an Demokratieförderung in Kempten ist: Insgesamt 17 Anträge mit einem Gesamtvolumen von über 60.000 Euro wurden eingereicht.

Diese hohe Beteiligung hat das Bündnis sehr gefreut – gleichzeitig stellte sie die Mitglieder vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Da die zur Verfügung stehenden Fördermittel begrenzt sind, musste zwischen zahlreichen überzeugenden Projektideen priorisiert werden. Die Diskussionen waren entsprechend intensiv, denn mehrere qualitativ sehr gute Anträge konnten trotz ihres Engagements und ihrer Relevanz leider nicht berücksichtigt werden.

Am Ende wurden elf Projekte positiv bewertet, die im Laufe des Jahres zur Stärkung von Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt in Kempten beitragen werden.

Diese Projekte wurden zur Förderung ausgewählt

  • Gedanken.Sprung: psychische Erkrankungen zwischen Zuschreibung und Wirklichkeit
    Ein Projekt, das sich mit gesellschaftlichen Vorurteilen gegenüber psychischen Erkrankungen auseinandersetzt und Räume für Austausch und Sensibilisierung schafft.
  • 100 % Menschenwürde – Tag gegen Rassismus 2026
    Aktionen und Veranstaltungen rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus, die für Menschenwürde und ein respektvolles Miteinander sensibilisieren.
  • Café International
    Ein offener Begegnungsort, der Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt und interkulturellen Austausch fördert.
  • Queer the Street
    Öffentlichkeitswirksame Aktionen zur Sichtbarkeit queerer Lebensrealitäten und zur Förderung von Akzeptanz im öffentlichen Raum.
  • Über:MUT! EmpowerMEnt #gegenradikalisierung
    Angebote zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und demokratischen Kompetenzen, sowie vorbeugen extremistischer Tendenzen bei jungen Menschen.
  • Zukunftsfest mit Markt der Möglichkeiten in Kempten
    Ein Beteiligungsfest, das lokale Initiativen sichtbar macht und Bürgerinnen und Bürger zum Mitgestalten einlädt.
  • Interkultureller Poetry Slam zum Thema „Menschenwürde ist unantastbar“
    Kreative Auseinandersetzung von Menschen mit Fluchterfahrung mit demokratischen Werten durch Sprache, Kunst und Begegnung.
  • „Grenzgebiet Körper“ – Filmreihe zur Grenzerfahrung Körper
    Filmische Impulse und Diskussionen zu Fragen von Identität, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Normen. Wie selbstbestimmt ist unser Körper eigentliche?
  • Internationaler Tag der Kinderrechte
    Aktionen zur Stärkung von Kinderrechten und zur Sensibilisierung für Beteiligung und Schutz von jungen Menschen.
  • „Demokratie und Menschenrechte – Gemeinsam leben und respektieren“
    Bildungsangebote und Workshops zur Förderung von Respekt, Vielfalt und demokratischem Zusammenleben.
  • Willkommen im Wir – Theaterpädagogisches Projekt
    Ein partizipatives Theaterprojekt, das Gemeinschaftserfahrungen ermöglicht und soziale Kompetenzen stärkt.

Große Nachfrage trifft auf begrenzte Mittel

Die Erfahrungen aus der ersten Antragsrunde zeigen deutlich: Das Engagement für Demokratieförderung in Kempten ist hoch – gleichzeitig sind die finanziellen Mittel begrenzt. Auch künftig in kommenden Jahren kann es passieren, dass schon zu Beginn des Jahres viele Mittel vergeben sind.

Um die Chancen auf eine Förderung zu erhöhen, kann es sinnvoll sein, Projektideen möglichst in der ersten Antragsfrist des Jahres einzureichen. Gleichzeitig bleibt eine Bewerbung zu späteren Zeitpunkten immer möglich. Interessierte sollten daher weiterhin die aktuellen Ausschreibungen und Fristen im Blick behalten.

Projektidee? Jetzt Kontakt aufnehmen

Sollten Sie jetzt auch eine Idee für ein demokratiestärkendes Projekt haben, dann wenden Sie sich jederzeit an die Koordinierungs- und Fachstelle. Eine frühzeitige Beratung hilft dabei, Projektansätze zu schärfen und Fördermöglichkeiten realistisch einzuschätzen.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit 2015 zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie, Vielfalt und Extremismusprävention.

In Kempten werden im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie seit 2021 unter dem Motto „Miteinander Kempten gestalten“ lokale Projekte gefördert, die Beteiligung ermöglichen, gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und demokratische Kompetenzen vermitteln.

Die Förderung erfolgt projektbezogen und jeweils innerhalb eines Kalenderjahres. Über die Auswahl entscheidet ein lokales Bündnis aus Vertreterinnen und Vertretern von Zivilgesellschaft, Verwaltung und weiteren relevanten Akteuren.

Miteinander Kempten Gestalten Logo gemeinsm mit dem Demokratie Leben! Logo

Ein gelungener Auftakt für das neue Bündnis „Miteinander Kempten gestalten“

Eine konstituierende Sitzung ist immer etwas Besonderes – so auch am 1. Oktober 2025, als sich das neue Bündnis für die Partnerschaft für Demokratie in Kempten („Miteinander Kempten gestalten“) erstmals zusammenfand. Mit dieser Sitzung beginnt offiziell die Arbeit des Gremiums, das künftig die inhaltliche Ausrichtung des Bundesprogramms Demokratie leben! vor Ort mitgestaltet.

Das Bündnis vereint eine große Bandbreite an Stimmen aus der Stadtgesellschaft: Von Stadtverwaltung, Schulen und Hochschule über Sport und Kultur bis hin zu Beiräten und engagierten Vertreter:innen aus Jugend, Integration, Seniorenarbeit und Inklusion. Diese Vielfalt macht das Gremium zu einem Spiegel der demokratischen Kultur in Kempten und sichert, dass die Perspektiven vieler gesellschaftlicher Gruppen Gehör finden.

Gruppenbild des Bündnisses
Das neue Bündnis: Hinten vlnr. Kjemal Tushi, Silvan Hecht, Oliver Huber, Dominik Tartler, Nicolas Hefele, Philipp Wagner, Jonathan Zengerle, Romana Eger und Vorne vlnr. Priska Hecht, Ilknur Altan, Tanja Zwick, Hildegard John, Katharina Simon und Gökcen Yüksel

Im Einzelnen gehören dem Bündnis an:

  • Stadtverwaltung: Oliver Huber und Andreas Busse (Amt für Jugendarbeit), Katharina Simon (Gleichstellungsbeauftragte), Ilknur Altan (Integrationsbeauftragte) sowie Dominik Tartler (Jugendbeauftragter).
  • Zivilgesellschaftliche Vertreter:innen: Nicolas Hefele und Jonathan Zengerle (Jugendkommission), Tanja Zwick (Grund- und Mittelschulen), Hildegard John (Sport), Prof. Dr. Gökcen Yüksel (Hochschule Kempten), Uwe Liebert (Beirat für Menschen mit Behinderung), Dr. Christine Buschbeck (Seniorenpolitischer Beirat) sowie Kjemal Tushi (Integrationsbeirat).
  • Noch vakant sind die Sitze für den Bereich Kultur sowie für die Realschulen/Gymnasien.
  • Nicht stimmberechtigt: Silvan Hecht (Koordinierungs- und Fachstelle) sowie Philipp Wagner, Priska Hecht und Romana Eger (federführendes Amt).

Eröffnet wurde die Sitzung von Amtsleiter Philipp Wagner, der die anwesenden Mitglieder herzlich begrüßte. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde stand die künftige Geschäftsordnung des Bündnisses auf der Tagesordnung. Diese wurde vorgestellt und intensiv diskutiert, sodass in einer der kommenden Sitzungen über ihre endgültige Annahme entschieden werden kann.

Einen wichtigen Schwerpunkt bildete die Beratung über eingereichte Projektanträge. Fünf Vorhaben aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wurden vorgestellt und auf ihre Förderfähigkeit geprüft. Alle Anträge erhielten die Zustimmung des Gremiums – ein deutliches Zeichen dafür, wie breit das Engagement in Kempten aufgestellt ist und wie vielfältig die Ideen für eine lebendige Demokratie vor Ort sind.

s Bündnis bei der Diskussion über einen Antrag
Das Bündnis bei der Beratung eines Antrages im großen Sitzungssaal des Rathauses

Im Anschluss präsentierte die Koordinierungs- und Fachstelle ihre aktuellen Projekte und Aktivitäten. Zum Ende der Sitzung wurde zudem über die zukünftige Ausrichtung des Programms gesprochen, insbesondere im Hinblick auf die Kommunalwahl im März 2026. Dabei wurde bereits spürbar, dass das Bündnis nicht nur Förderentscheidungen trifft, sondern auch Impulse für die demokratische Kultur in der Stadt setzt.

Nach diesem gelungenen Auftakt wünschen wir den Mitgliedern des Bündnisses viel Erfolg und ein glückliches Händchen für ihre wichtige Aufgabe. Gemeinsam soll es in den kommenden Jahren gelingen, die Demokratie vor Ort zu stärken, Vielfalt zu gestalten und Extremismus vorzubeugen.

Unter dem Titel Miteinander Kempten gestalten gehört die Stadt Kempten zu zahlreichen Städten und Landkreisen, die im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! als Partnerschaft für Demokratie gefördert werden. Das Programm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Kempten erhält jährlich 140.000 Euro zur Unterstützung von Projekten, die demokratisches Engagement fördern und die Gesellschaft zusammenbringen.

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