Demokratie leben! wir mit einem Mitmachstand zu Themen die Frauen in Kempten bewegen vor Ort sein. Unser Team freut sich über jede Beteiligung.
Möchtest du inspirierende Erfolgsgeschichten von zugewanderten Frauen aus Kempten hören? Dann sei dabei bei unserer Gesprächsrunde! Erfahre aus erster Hand, wie Mut, Durchhaltevermögen und Zuversicht diesen Frauen geholfen haben, hier anzukommen und ihren Weg zu gehen. Nutze die Gelegenheit, dich mit anderen Teilnehmerinnen auszutauschen, gegenseitige Unterstützung und neue Motivation für deine eigene Situation zu finden. Knüpfe wertvolle Kontakte, die dir helfen können, neue Chancen zu entdecken. Lass dich inspirieren und starte mit uns gemeinsam in eine vielversprechende Zukunft!
Die gesamte Veranstaltung ist kostenlos und wir im Rahmen der Frauen Aktionstage angeboten.
Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen in der Volkshochschule Kempten zusammen, um sich im Rahmen des Vortrags „Differenziert über den Nahostkonflikt sprechen: Der Krieg zwischen Israel und der Hamas im historischen und politischen Kontext“ mit einem der derzeit an den stärksten polarisierten Themen auseinanderzusetzen.
Dr. Sascha Ruppert-Karakas zu beginn seines Vortrages, Foto @Silvan Hecht
Der Politikwissenschaftler Dr. Sascha Ruppert-Karakas (LMU München) machte zu Beginn deutlich, dass der Abend keinen vollständigen Überblick über die gesamte Konfliktgeschichte leisten könne. Ziel sei vielmehr eine faktische Einordnung eines stark emotionalisierten Diskurses – mit dem Anspruch, politische Logiken zu verstehen, ohne Gewalt oder Akteure zu rechtfertigen. Der Vortrag bewegte sich dabei bewusst innerhalb einer liberal-demokratischen Perspektive, orientiert an Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Pluralismus.
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Frage, warum undifferenziertes Sprechen über den Nahostkonflikt problematisch ist. Ruppert-Karakas zeigte auf, dass vereinfachende Narrative autoritären Akteuren nutzen, zivilgesellschaftliche Stimmen marginalisieren und den Konflikt zur Projektionsfläche innerdeutscher Auseinandersetzungen machen. Der Ruf nach „klaren Positionen“ greife dabei häufig zu kurz und blende die reale Komplexität aus.
Dr. Sascha Ruppert-Karakas erklärt dem interessierten Publikum, welche Narrative und Probleme hinter dem Begriff „Terrorhochburg“ stecken, Foto @Mariella Simnacher
Inhaltlich spannte der Vortrag einen Bogen vom historischen Kontext der Gewaltspiralen über die gescheiterten Oslo-Friedensverhandlungen bis hin zur Eskalation seit dem 7. Oktober 2023. Dabei wurde sowohl das von der Hamas verübte Massaker an der israelischen Zivilbevölkerung als auch die militärische Reaktion Israels und deren gravierende humanitäre Folgen für die Zivilbevölkerung in Gaza klar benannt und völkerrechtlich eingeordnet.
Besonders diskutiert wurde die scheinbare Unlösbarkeit des Konflikts. Ruppert-Karakas zeigte, wie sich auf beiden Seiten über Jahrzehnte hinweg Gewalt, Polarisierung und Dehumanisierung gegenseitig verstärkt haben – und welche Interessen autoritäre Akteure an der Fortführung dieses Zustands haben. Zugleich nahm er verbreitete Deutungsmuster kritisch in den Blick, etwa die Gleichsetzung Gazas mit Hamas oder vereinfachende Begriffe wie „Terrorhochburg“, die analytisch mehr verdecken als erklären.
In der anschließenden Fragerunde, die intensiv genutzt wurde, ging es nicht nur um den Konflikt vor Ort, sondern auch um die Situation in Deutschland: Wie kann hierzulande differenziert und würdevoll über Israel und Palästina gesprochen werden, ohne Antisemitismus, Rassismus oder Kollektivzuschreibungen zu reproduzieren? Die Diskussion zeigte deutlich das Bedürfnis nach Orientierung und nach einem Diskursraum jenseits von moralischer Zuspitzung.
Das Publikum mit Organisator Silvan Hecht und Referenten Sascha Ruppert-Karakas im Gespräch, wie würdevoll zu dem Thema gesprochen werden kann, Foto @Mariella Simnacher
Auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung blieben zahlreiche Teilnehmende noch vor Ort, um im persönlichen Austausch mit dem Referenten, dem Veranstalter und untereinander weiterzudiskutieren.
Organisiert und finanziert wurde der Vortrag von der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ Kempten (Silvan Hecht) in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Kempten. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig es ist, gerade bei hochumstrittenen Themen Räume für differenzierten, respektvollen und informierten Austausch zu schaffen.
Unter dem Titel Miteinander Kempten gestalten gehört die Stadt Kempten zu zahlreichen Städten und Landkreisen, die im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! als Partnerschaft für Demokratie gefördert werden. Das Programm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Kempten erhält jährlich 140.000 Euro zur Unterstützung von Projekten, die demokratisches Engagement fördern und die Gesellschaft zusammenbringen.
linking history ist ein künstlerisch-interdisziplinärer Videodokumentarfilm von Veronika Dünßer‑Yagci. In persönlichen Zwiegesprächen treffen eine 2015 aus Syrien geflüchtete, inzwischen in Deutschland lebende Pflegefachfrau und Senior*innen aus Ost‑ und Westdeutschland aufeinander. Themen wie Kriegserfahrungen, Flucht, Ankommen und soziale Ungleichheiten werden generationenübergreifend verhandelt. In der Mitte des Films spricht Prof. Dr. Gökçen Yüksel in einem Interviewgespräch insbesondere zu „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“. Eine zeitgenössische Tanzperformance der J&J Dance Company verwebt zentrale Gedanken und Gefühle der Gespräche mit Minimal‑Musik von Rupert Volz und überträgt sie als tänzerische Intervention in den urbanen Raum von Kempten, wobei kulturelle Grenzen bewusst aufgelöst werden. Ein Projekt von www.videokunst-allgaeu.de.
Zusätzlich wird an dem Abend eine kleine Ausstellung zum Film zu sehen sein und anschließend ein Filmgespräch mit Bildungswissenschaftlerin Veronika Reiser geführt.
Anlässlich des Jahrestags der Reichspogromnacht berichtet der Holocaust-Überlebende Ernst Grube aus seinem Leben und spricht über seine Erfahrungen mit Verfolgung, Ausgrenzung und den Wert von Demokratie und Zivilcourage. Das Gespräch wird moderiert und bietet Raum für Fragen und Austausch. Ziel der Veranstaltung ist es, Geschichte lebendig zu machen, zur Reflexion anzuregen und ein Zeichen gegen Antisemitismus und rechtsextreme Tendenzen zu setzen.
📣 Eine Veranstaltung von ver.di Bezirk Kempten in Kooperation mit dem Bündnis Mensch sein finanziert von Demokratie leben!. Der Eintritt ist frei.
Einlass nur nach vorheriger Anmeldung und anschließender Bestätigung (wir haben eine begrenzte Anzahl an Plätzen) Anmeldung unter:informationen.bz.kempten@verdi.de
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