Trotz der drückenden Hochsommerhitze strömten zahlreiche Besucher in Halle 12 der Allgäuer Festwoche. Mittendrin bot der Stand von „Demokratie leben!“ Kempten – ein Ort zum Informieren, Mitmachen und vor allem zum lebhaften Austausch. Neben den Angeboten städtischer Beratungsstellen, des Mehrgenerationenhauses und weiterer Einrichtungen bot der Seniorentag vielfältige Gelegenheiten, ins Gespräch zu kommen und selbst aktiv zu werden.
Ein besonderer Anziehungspunkt war erneut das Abstimmungsspiel. Mit bunten Kugeln konnten die Besucher bei vier kontroversen Aussagen zur Festwoche ihre Stimme abgeben – ob sie nun zustimmten oder nicht. Die Fragen drehten sich rund um die Festwoche, beispielsweise die Lage in der Innenstadt, die hohen Kosten oder die zunehmende Entwicklung hin zu einem Volksfest. Im Laufe des Tages zeichneten sich bei manchen Fragen klare Tendenzen ab. Eine deutliche Mehrheit sprach sich dafür aus, die Festwoche weiterhin in der Kemptener Innenstadt stattfinden zu lassen – trotz hoher Kosten und Einschränkungen für die Anwohner. Auch die Idee, Wirtschaftsmesse und Kulturtage zugunsten eines stärkeren Volksfestcharakters zu verkleinern, fand kaum Zustimmung. Bei möglichen Kosteneinsparungen durch eine Verschlankung des Programms gingen die Meinungen weiter auseinander. Beim Thema Dirndl und Lederhose überwog die Ansicht, dass das Gemeinschaftsgefühl auf der Festwoche wichtiger sein sollte als historische Genauigkeit. Natürlich hatten diese Ergebnisse keinen Anspruch auf Repräsentativität – im Mittelpunkt stand ohnehin weniger das Ergebnis als das Gespräch selbst.
Silvan Hecht im Gespräch mit Passanten vor dem Abstimmungsspiel. Foto: Romana Eger
So brachte eine Besucherin zur Diskussion um den Innenstadtstandort sogleich einen eigenen Lösungsvorschlag ein: Wenn die Anwohner jedes Jahr die Belastungen der Festwoche tragen müssten, sollten sie im Gegenzug kostenlose Eintrittskarten erhalten. Das Spiel zeigt eindrucksvoll: Nicht jede Frage braucht sofort eine richtige Antwort – manchmal lohnt es sich mehr, unterschiedliche Interessen sichtbar zu machen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Etwas weniger politisch, dafür umso kreativer wurde es an der Buttonstation. Auf Vorlagen konnten eigene Motive zum Thema „Gemeinschaft“ gestaltet und anschließend direkt vor Ort zu Buttons verarbeitet werden. Besonders bei den Kindern kam das Angebot gut an, und so entstanden im Laufe des Tages viele ganz unterschiedliche Motive, die anschließend stolz getragen wurden. Auch einige Erwachsene konnten der Versuchung nicht widerstehen und griffen zum Stift.
Zwei Kinder gestalten ihren Button Foto: Romana Eger
Ebenfalls mit dabei war die Wünschewand der Kinder und Jugendlichen. Schon beim Kindertag auf dem Altstadtfest waren dort zahlreiche Ideen für Kempten gesammelt worden. Die Bandbreite reichte von mehr und besseren Spiel-, Sport- und Aufenthaltsmöglichkeiten über mehr Bäume und weniger Verkehr bis hin zu Wünschen nach Gleichberechtigung, weniger Rassismus und einem guten Zusammenleben. Natürlich fehlten auch fantasievollere Vorschläge nicht – etwa ein Unterwasserspielplatz oder ein eigener Freizeitpark für Kempten. Auf der Festwoche kamen weitere Wünsche hinzu. Ein besonderer Moment ergab sich, als Oberbürgermeister Christian Schoch im Rahmen seines Rundgangs durch Halle 12 am Stand vorbeikam. Bereits im Vorfeld war er eingeladen worden, einen Blick auf die gesammelten Ideen zu werfen. Gemeinsam mit einigen Mitgliedern des Stadtrats nahm er sich Zeit für die Wünsche der Kinder und Jugendlichen und die Vielzahl an Vorschlägen.
Kinder und Jugendliche sind schließlich Experten ihres eigenen Alltags. Sie erleben selbst, wo ein Spielplatz fehlt, welche Wege unangenehm sind, wo Treffpunkte fehlen oder welche Regeln sie beschäftigen. Das zeigte die Vielfalt der eingebrachten Ideen eindrücklich. Natürlich lässt sich nicht jeder Wunsch verwirklichen – und ein Unterwasserspielplatz dürfte auch weiterhin eine größere Herausforderung bleiben. Beteiligung sollte aber mehr sein als das reine Einsammeln von Ideen. Entscheidend ist, dass Vorschläge weitergetragen und dort, wo es möglich ist, auch aufgegriffen werden.
Stadträte Helmut Berchtold und Dominik Tartler betrachten gemeinsam die Wünsche der Kinder und Jugendlichen Foto: Romana Eger
Der eigentliche Höhepunkt des Festwochentages wartete jeweils um 11:30 Uhr und 17:30 Uhr: das eigens für die Festwoche entwickelte Demokratie-Pubquiz. In 14 Multiple-Choice-Fragen aus vier Kategorien ging es um Demokratie, politische Institutionen, parlamentarische Praxis und das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Mitmachen konnte man digital über ein Onlinetool oder ganz klassisch mit Stift und Zettel. In den Gruppen wurde ordentlich gerätselt, diskutiert und abgewogen. Auch zwischen den Teams blieb der Wettbewerb fair – teilweise wurde sich sogar gegenseitig geholfen. Genau dieser Austausch gehörte mindestens genauso zum Quiz wie das Sammeln möglichst vieler Punkte.
Über beide Quizrunden nahmen circa 20 Teams teil. Am Ende lagen „Silver Scientists 2“ und „Silver Science 1“ mit jeweils 10 von 14 möglichen Punkten gemeinsam an der Spitze. Herzlichen Glückwunsch! Leer ging trotzdem niemand aus: Zum Abschluss konnten die Teilnehmer zwischen einer „Miteinander Kempten gestalten“-Brotzeitdose und einem Paar „Miteinander Kempten gestalten“-Socken wählen.
Unser Team hat Spaß. von vLnR: Romana Eger, Amira Steinsberger, Nicolas Hefele, Silvan Hecht und Priska Hecht. Foto: Demokratie leben!
Neben den einzelnen Aktionen bot der Tag immer wieder Gelegenheit, über die Arbeit von „Demokratie leben!“ in Kempten, aktuelle Projekte und Möglichkeiten der Beteiligung ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist dabei sogar die eine oder andere neue Idee für Kempten entstanden. Das rege Interesse hat jedenfalls gezeigt: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt davon, dass Menschen sich einbringen, miteinander diskutieren und ihre Stadt mitgestalten.
Der Tag in Halle 12 war damit ein voller Erfolg. Vielen Dank an alle, die abgestimmt, Wünsche aufgeschrieben, mitgerätselt, diskutiert oder einfach vorbeigeschaut haben!
Das Bündnis der Kemptener Partnerschaft für Demokratie hat in seiner Sitzung am 28. Juli 2026 über acht weitere Projektanträge beraten. Für die zweite Förderrunde standen noch rund 13.500 Euro aus dem Aktions- und Initiativfonds des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ zur Verfügung. Je nach Vorhaben erfolgte die Bewilligung vollständig oder für einzelne Bestandteile des beantragten Projekts.
Erneut überstieg das beantragte Fördervolumen die noch verfügbaren Mittel deutlich. Über das gesamte Jahr 2026 hinweg lagen die eingegangenen Anträge insgesamt rund 40.000 Euro über dem verfügbaren Jahresbudget. Dies ist ein starkes Zeichen für eine aktive Kemptener Zivilgesellschaft, die sich mit vielfältigen Ideen gezielt für demokratische Werte, gesellschaftliche Teilhabe und gegen Extremismus einsetzen möchte.
Gleichzeitig stellte die große Zahl überzeugender Projektideen das Bündnis vor eine schwierige Aufgabe. Die Mitglieder rangen um eine möglichst wirkungsvolle Verwendung jedes verfügbaren Euros und nahmen notwendige Einsparungen vor, um möglichst viele Vorhaben unterstützen zu können.
Diese Projekte werden gefördert
„Bürgerradio: Demokratie-Verstärker“ – Gemeinwohl-Gesellschaft e. V. Ein temporäres Bürgerradio macht demokratische Themen durch Interviews, Außenreportagen, mehrsprachige Beiträge und Klanginstallationen hörbar. Im Mittelpunkt stehen Mitbestimmung, Ehrenamt, und demokratische Selbstwirksamkeit.
„Lesung und Gespräch mit Bürgermeister Alshebl“ – Haus International Die Veranstaltung greift die Themen Flucht, Ankommen, Zugehörigkeit und demokratische Teilhabe auf. Neben der persönlichen Geschichte des Bürgermeisters Ryyan Alshebl steht insbesondere sein Weg in die Kommunalpolitik im Mittelpunkt.
„Durch Zivilcourage Demokratie fördern!“ – Allgäuer Werkstätten GmbH In einem praxisnahen Workshop beschäftigen sich Menschen mit Unterstützungsbedarf mit Demokratie, Beteiligung und eigenen Handlungsmöglichkeiten. Unterschiedliche demokratische Entscheidungsformen werden erprobt und Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe in Kempten aufgezeigt.
„Nicht echt, aber real!“ – Volkshochschule Kempten Das Projekt entwickelt Unterrichtseinheiten zu KI-generierter bildbasierter Gewalt, Deepfakes, digitaler Bloßstellung und Desinformation. Schülerinnen und Schüler lernen, manipulierte Inhalte zu erkennen, kritisch einzuordnen und im digitalen Raum verantwortungsvoll zu handeln.
„Gegen den Hass, der uns spaltet!“ – SoWiSo e. V. Interaktive Workshops sensibilisieren Jugendliche und junge Erwachsene für unterschiedliche Formen von Alltagsdiskriminierung. Gemeinsam werden Handlungsmöglichkeiten erarbeitet, um Diskriminierung zu erkennen, Grenzen zu setzen und Betroffene zu unterstützen.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar – Du bist ein Königskind!“ – Katholische Kirchenstiftung St. Lorenz/Kempten Eine Ausstellung und begleitende Angebote setzen sich mit der Einzigartigkeit und Würde jedes Menschen auseinander. Begegnungen und Führungen sollen insbesondere den generationenübergreifenden Austausch fördern und für Ausgrenzung und Diskriminierung sensibilisieren.
„Geschichte verstehen – Demokratie stärken“ – DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde Kempten Das politische Bildungsprojekt vermittelt demokratische Strukturen, Beteiligungsmöglichkeiten und Zusammenhänge zwischen Geschichte und Gegenwart.
Weitere Themen der Sitzung
Das Bündnis wurde außerdem über laufende und geplante Aktivitäten der Partnerschaft für Demokratie informiert und stimmte sich zu den kommenden Vorhaben ab. Dazu gehörten ein Rückblick auf die erfolgreich durchgeführte 6. Demokratie- und Teilhabekonferenz, die Präsenz mit Informations- und Mitmachständen bei verschiedenen Veranstaltungen und Stadteilfesten in Kempten sowie aktuelle Entwicklungen und kommende Rahmenbedingungen des Bundesprogramms.
Vorgestellt wurden zudem die weiteren Veranstaltungen im Ort der Demokratie, der mit Vorträgen, Diskussionen und Beteiligungsformaten regelmäßig Raum für Information, Austausch und unterschiedliche Perspektiven bietet. Auch die geplante Ausstellung mit Demokratie-Billboards zur Kunstnacht am 26. September 2026 in Zusammenarbeit mit der Montessori-Fachoberschule für Gestaltung war Thema der Sitzung.
Fördermittel für 2026 ausgeschöpft
Mit den Entscheidungen der Sitzung sind die für Einzelprojekte verfügbaren Fördermittel für 2026 ausgeschöpft. Neue Projektanträge können wieder Anfang 2027 eingereicht werden. Interessierten Vereinen, Einrichtungen und Initiativen wird empfohlen, ihre Projektideen bereits im Dezember 2026 oder Januar 2027 mit der Koordinierungs- und Fachstelle zu besprechen. Eine frühzeitige Beratung erleichtert die inhaltliche Planung, die Abstimmung der Fördermöglichkeiten und hilft dabei Fehler beim Antrag stellen zu vermeiden.
Mit der Podiumsdiskussion „Heimat. Haltung. Tracht. – Wie Vereine Tradition und Demokratie leben“ ist am 4. August die Veranstaltungsreihe im neuen Ort der Demokratie im Haus International erfolgreich gestartet. Mehr als 50 Gäste kamen zusammen, um über Heimat, Brauchtum, Vereinsleben und demokratische Verantwortung ins Gespräch zu kommen.
Zur Begrüßung führte Silvan Hecht von der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ Kempten in den Abend ein. Er hob die besondere Bedeutung des Vereinswesens für eine lebendige Demokratie hervor: Vereine sind Orte, an denen Menschen Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen, Regeln gemeinsam aushandeln und demokratische Strukturen praktisch erfahren. Anlässlich der bevorstehenden Allgäuer Festwoche rückte der Abend besonders Heimat- und Trachtenvereine in den Mittelpunkt.
Katharina Trenkle und Silvan Hecht begrüßen die Gäste zum Auftakt von „Heimat. Haltung. Tracht.“ Foto: Anna Trenkle
Anschließend stellte sich Katharina Trenkle vor, die das Podium moderierte und als Koorganisatorin für das Projekt „Tradition mit Zukunft“ der Georg-von-Vollmar-Akademie beteiligt war. Den kulturellen Auftakt gestaltete der Burgberger Trachtenverein mit einem Schuhplattler-Auftritt. Sieben Paare tanzten, begleitet von einem Akkordeon, während das Publikum fleißig im Takt mitklatschte.
Im Anschluss begann die Podiumsdiskussion mit Günter Frey, 1. Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbands, Dr. Daniela Sandner vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e. V. und Franziska Limmer vom Bergmännle-Trachtenverein Kempten. Katharina Trenkle führte souverän durch die Diskussion und öffnete immer wieder den Raum für unterschiedliche Perspektiven.
Der Burgberger Trachtenverein eröffnet den Abend mit einem Schuhplattler. Foto: Anna Trenkle
Günter Frey machte deutlich, dass Trachtenvereine ein Spiegel der Gesellschaft sein sollten. Für ihn bedeutet das auch, dass sich alle Bevölkerungsgruppen in Trachtenvereinen willkommen und aufgehoben fühlen können. Zugleich erkannte er an, dass Begriffe wie Heimat, Tradition und Tracht politisch aufgeladen sind – auch durch rechtsextreme Vereinnahmungsversuche und ihre historische Rolle in der NS-Zeit. Gerade deshalb, so Frey, sei es wichtig, dass Vereine selbstbewusst für einen offenen Heimatbegriff eintreten.
Dr. Daniela Sandner ergänzte die Diskussion immer wieder um eine wissenschaftliche Perspektive. Sie betonte, dass rechtsextreme Einstellungen in Teilen der Gesellschaft präsent sind und sich dies auch in Vereinen widerspiegeln kann. Eine systematische oder gesteuerte Unterwanderung von Trachtenvereinen sieht sie aktuell nicht, mahnte jedoch zu Wachsamkeit. Zugleich sprach sie sich dafür aus, dass Heimat- und Trachtenvereine aktiv auf neue und vielfältige Zielgruppen zugehen sollten.
Im Mittelpunkt der Diskussion stehen Heimat, Tradition, Vereinsleben und demokratische Verantwortung. Foto: Anna Trenkle
Auch Franziska Limmer machte deutlich, wie wichtig Vereinsarbeit für demokratisches Miteinander sein kann. Besonders die Jugendarbeit in Vereinen biete die Chance, Gemeinschaft, Verantwortung, Mitbestimmung und gegenseitigen Respekt früh erlebbar zu machen.
Ein interaktiver Teil brachte zusätzlich Bewegung in den Abend: Das Publikum konnte zu verschiedenen Thesen mit grünen und roten Karten Zustimmung oder Ablehnung zeigen. Besonders deutlich fiel die Zustimmung bei den Aussagen aus, dass sich Trachtenvereine aktiv um Menschen mit Migrationsgeschichte bemühen sollten und dass ein Verein klar gegen Rechtsextremismus Stellung beziehen kann, ohne seine politische Neutralität zu verlieren.
In der anschließenden Fragerunde ging es unter anderem um regionale Unterschiede von Trachten, um die Allgäuer Gebirgstracht und die erneuerte schwäbische Tracht sowie um die Frage, wie sich das Tragen von Dirndl und Lederhose außerhalb klassischer Trachtenvereine einordnen lässt. Dabei wurde deutlich: Zwischen Vereinstradition, persönlichem Kleidungsstil und Festkultur gibt es Unterschiede – aber auch Chancen, über solche Zugänge neue Menschen für Brauchtum und Vereinsleben zu gewinnen.
Zum Abschluss bedankte sich Silvan Hecht bei der Moderation, den Podiumsgästen, dem Burgberger Trachtenverein und den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern. Bei einem gemütlichen Umtrunk gab es anschließend Gelegenheit, Gespräche fortzusetzen und eigene Gedanken einzubringen.
Katharina Trenkle im Gespräch mit Franziska Limmer und Günter Frey nach der Veranstaltung. Foto: Anna Trenkle
Die Veranstaltung war eine Kooperation von Demokratie leben! Kempten mit dem Projekt „Tradition mit Zukunft“ der Georg-von-Vollmar-Akademie, gefördert vom Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“.
Die Reihe im „Ort der Demokratie“ wird in den kommenden Monaten fortgesetzt und lädt weiterhin dazu ein, Demokratie vor Ort gemeinsam zu erleben, zu diskutieren und mitzugestalten.
Am 22. September steht beim Vortrag „Verein(t) Demokratie verteidigen!“ die Frage im Mittelpunkt, wie Vereine, Ehrenamtliche und Engagierte handlungsfähig bleiben können, wenn Rechtsextremismus im Alltag, im Verein oder im öffentlichen Raum sichtbar wird. Gemeinsam mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern geht es um Strategien, Handlungsmöglichkeiten und konkrete Unterstützung.
Am 13. Oktober folgt die „Ideenwerkstatt Kempten“. Hier sind alle eingeladen, eigene Gedanken, Wünsche und Vorschläge für das Zusammenleben in Kempten einzubringen – ganz gleich, ob es sich um eine erste Idee, eine Beobachtung aus dem Alltag oder bereits um einen konkreten Vorschlag handelt.
Am 10. November informiert eine Fragerunde zur Ausschreibung „Ort der Demokratie 2027“ über die Möglichkeit, sich mit einem eigenen Ort oder Konzept zu bewerben. Die Veranstaltung richtet sich an Vereine, Einrichtungen, Treffpunkte und Initiativen, die Demokratie an ihrem Ort sichtbar und erlebbar machen möchten.
Alle Veranstaltungen finden im Haus International statt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung über die vhs Kempten ist nicht erforderlich, wird zur besseren Planung jedoch empfohlen.
Rund 80 Gäste bei der 6. Demokratie- und Teilhabekonferenz der Kemptener Partnerschaft für Demokratie
Wie kann die demokratische Kultur in Kempten weiter gestärkt werden? Welche Herausforderungen beschäftigen die Stadtgesellschaft? Und wie können Vereine, Initiativen, Politik und Verwaltung noch besser zusammenarbeiten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der 6. Demokratie- und Teilhabekonferenz der Kemptener Partnerschaft für Demokratie.
Rund 80 Gäste aus Zivilgesellschaft, Jugend, Stadtpolitik und Verwaltung kamen am Mittwoch, 1. Juli 2026, in der Aula der Realschule an der Salzstraße zusammen. Neben aktuellen Entwicklungen im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und der Vorstellung der Kemptener Situations- und Ressourcenanalyse bot der Nachmittag vor allem viel Raum, um geförderte Projekte kennenzulernen, neue Kontakte zu knüpfen und miteinander über zukünftige Ideen ins Gespräch zu kommen.
Gemeinsamer Auftakt für einen vielfältigen Nachmittag
Eröffnet wurde die Konferenz von Romana Eger aus dem Federführenden Amt und Silvan Hecht von der Koordinierungs- und Fachstelle der Kemptener Partnerschaft für Demokratie. Die beiden Organisierenden übernahmen zugleich die Moderation des Nachmittags.
Bereits zu Beginn wurde deutlich, was die Demokratie- und Teilhabekonferenz auszeichnet: Sie ist nicht nur eine Informationsveranstaltung, sondern ein gemeinsamer Treffpunkt für Menschen, die sich in ganz unterschiedlichen Bereichen für ein demokratisches und respektvolles Zusammenleben in Kempten einsetzen.
Einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen auf Bundesebene gab anschließend Frank von Woedtke vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, kurz BAFzA. Für seine Teilnahme hatte er die weite Anreise aus Schleife in Sachsen auf sich genommen.
In seinem Beitrag berichtete er über zahlreiche Veränderungen und Weiterentwicklungen, die für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ vorgesehen sind. Auch wenn viele Einzelheiten zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend konkretisiert waren, wurde eine grundsätzliche Richtung erkennbar: Die Partnerschaften für Demokratie sollen weiterhin als kommunale Netzwerke gestärkt werden und ihre Arbeit noch breiter in unterschiedliche Bereiche der Gesellschaft hineintragen.
Für die Kemptener Partnerschaft war dies ein ermutigendes Signal. Diese Ausrichtung knüpft nahtlos an die Arbeit der vergangenen beiden Jahre an: Die Kemptener Partnerschaft hat verstärkt den Kontakt zu neuen Gruppen, Einrichtungen und Vereinen gesucht, die bislang noch nicht oder nur wenig mit ihr verbunden waren und möchte dies auch weiterhin tun.
Die Kemptener Partnerschaft für Demokratie versteht sich ausdrücklich als offenes Netzwerk. Willkommen sind alle Vereine, Organisationen und Initiativen, die sich einem vielfältigen, respektvollen und demokratischen Miteinander verpflichtet fühlen – auch dann, wenn ihre eigentliche Arbeit auf den ersten Blick nicht unmittelbar mit politischer Bildung oder Demokratieförderung verbunden ist. Denn Demokratie wird nicht nur in Parlamenten gelebt. Sie zeigt sich ebenso im Vereinsleben, im Ehrenamt, in Bildungseinrichtungen, in Jugendgruppen, in sozialen Einrichtungen und überall dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Unterstützung durch Oberbürgermeister Christian Schoch
Im Anschluss begrüßte Oberbürgermeister Christian Schoch die Gäste. Es war die erste Demokratie- und Teilhabekonferenz während seiner Amtszeit.
In seiner Rede betonte er die Bedeutung demokratischen Engagements für die Stadt und würdigte insbesondere die erfolgreiche Netzwerkarbeit der Kemptener Partnerschaft für Demokratie. Dass der Oberbürgermeister hinter der Arbeit des Netzwerks steht, zeigte sich auch darin, dass er die Schirmherrschaft über die Kemptener Partnerschaft übernommen hat.
Dieses klare Bekenntnis zur lokalen Demokratieförderung wurde von den Gästen mit großem Applaus aufgenommen. Es machte deutlich: Eine lebendige demokratische Kultur braucht engagierte Bürgerinnen und Bürger, starke zivilgesellschaftliche Strukturen und eine Kommunalpolitik, die dieses Engagement unterstützt und sichtbar anerkennt.
Nach einem kurzen Update von Romana Eger zu aktuellen Entwicklungen aus dem Federführenden Amt folgte ein wissenschaftlicher Blick auf die Situation in Kempten.
Wo steht die Demokratie in Kempten?
Dr. Lisa Fischer vom Institut für Gesundheit und Generationen der Hochschule Kempten stellte die Situations- und Ressourcenanalyse zum Stand der Demokratie und der Demokratieförderung in Kempten vor. Die Untersuchung nimmt sowohl bestehende Herausforderungen als auch bereits vorhandene Stärken, Netzwerke und Handlungsmöglichkeiten in den Blick.
Zu den zentralen Empfehlungen gehört, politische Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten verständlicher und leichter zugänglich zu machen. Demokratische Mitwirkung soll möglichst niedrigschwellig, alltagsnah und in unterschiedlichen Formaten ermöglicht werden. Gleichzeitig gilt es, gezielt Menschen und Gruppen anzusprechen, die durch bisherige Angebote nur selten erreicht werden.
Darüber hinaus empfiehlt die Analyse, die Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik weiter zu stärken und bestehende Vereine, Initiativen und Einrichtungen noch besser miteinander zu vernetzen. Die vorgestellten Handlungsempfehlungen liefern damit wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung der Kemptener Partnerschaft für Demokratie.
Die Analyse bildet damit eine wichtige Grundlage für die zielgerichtete Weiterentwicklung der Kemptener Partnerschaft für Demokratie.
Einblick in die Arbeit der Koordinierungs- und Fachstelle
Anschließend übernahm Silvan Hecht von der Koordinierungs- und Fachstelle. Er gab den Gästen einen Überblick über die Schwerpunkte und die Arbeitsweise der Kemptener Partnerschaft für Demokratie im Jahr 2026.
Dabei gewährte er auch Einblicke in den Arbeitsalltag der Koordinierungs- und Fachstelle. Dieser reicht von der Beratung und Begleitung geförderter Projekte über die Organisation eigener Veranstaltungen bis zur Netzwerkarbeit und zur Entwicklung neuer Beteiligungs- und Informationsangebote.
Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden einen Ausblick auf die weiteren Aktivitäten der Partnerschaft. Der Beitrag machte sichtbar, wie vielfältig die Demokratieförderung in Kempten inzwischen aufgestellt ist und wie viele unterschiedliche Akteurinnen und Akteure daran beteiligt sind.
Nach dem inhaltlichen Programm im Plenum begann der bewusst offen gestaltete Teil der Konferenz. Nun standen die geförderten Projekte und die persönliche Vernetzung im Mittelpunkt.
Geförderte Projekte werden sichtbar
Im Gebäude waren verschiedene Informationsstände und Ausstellungen aufgebaut. Dort präsentierten sich Projekte, die während der aktuellen Förderperiode durch „Demokratie leben!“ in Kempten unterstützt wurden.
Die Gäste konnten sich über folgende Projekte informieren:
Linking History Träger: Lollipop e. V. Projektverantwortung: Veronika Dünßer-Yagci
Wir gegen Rassismus – Kempten zeigt Haltung – 100 % Menschenwürde Träger: Stadtjugendring Kempten Projektverantwortung: Integrationsbeirat Kempten
Gemeinsam durchstarten Träger: Kempodium Projektverantwortung: Annette Bareth und Andrea Kracker
Pop-up-Ausstellung: Pride Revolt Träger: Evangelisches Jugendwerk Kempten Projektverantwortung: Fabian Sonnenberg
Demokratie in der KI-Epoche Träger: Volkshochschule Kempten Projektverantwortung: Lena Kersten
Miteinander lesen – Vielfalt gestalten Träger: Allgäuer Lesefreu(n)de e. V. Projektverantwortung: Carmen Schöll und Christoph Schöll
Gedanken.Sprung Träger: HO!-Verein Kempten Projektverantwortung: Lisa Tietze-Hochreiter
ÜberMUT! EmpowertMEnt #gegenradikalisierung Träger: Sozialdienst Muslimischer Frauen e. V. Projektverantwortung: Jana Autor
Jugend. Gemeinsam. Gestalten. Träger: Sozialdienst Muslimischer Frauen e. V. Projektverantwortung: Max Victor
Die Präsentationen zeigten eindrucksvoll, wie unterschiedlich Demokratieförderung aussehen kann. Die Themen reichten von Erinnerungskultur, Rassismuskritik und Vielfalt über gemeinsames Lesen und kulturelle Begegnung bis hin zu künstlicher Intelligenz, Empowerment und Radikalisierungsprävention.
Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, durch das Gebäude zu gehen, die Projekte kennenzulernen und sich für eigene Vorhaben inspirieren zu lassen. Gleichzeitig entstanden viele Gespräche zwischen Menschen, die sich bisher noch nicht kannten oder bislang nur wenig Berührungspunkte miteinander hatten.
Eine Netzwerkkarte bringt Menschen miteinander ins Gespräch
Besonders großer Beliebtheit erfreute sich die eigens für die Konferenz entwickelte Netzwerkkarte. Die Postkarte enthielt verschiedene kleine Aufgaben, die während der Vernetzungsphase erledigt und abgehakt werden konnten.
Die Teilnehmenden wurden beispielsweise dazu angeregt, eine neue Person kennenzulernen, sich über eine Projektidee auszutauschen oder gezielt nach gemeinsamen Interessen und möglichen Kooperationen zu suchen. Auf der Rückseite bot die Karte freie Felder, um Namen und Kontaktdaten neuer Bekanntschaften direkt festzuhalten.
Wie gut dieses Angebot angenommen wurde, zeigte sich auch an zwei besonders erfreulichen Rückmeldungen: Unabhängig voneinander kamen zwei Teilnehmende auf das Organisationsteam zu und präsentierten stolz ihre vollständig ausgefüllten Karten. Sie hatten nicht nur sämtliche Aufgaben erledigt, sondern auch alle Kontaktfelder mit neuen Bekanntschaften gefüllt.
Dieser kleine Moment brachte den Kerngedanken der Konferenz besonders schön auf den Punkt: Ein Netzwerk lebt nicht allein von Strukturen und Sitzungen, sondern vor allem von persönlichen Begegnungen, gegenseitigem Interesse und der Bereitschaft, aufeinander zuzugehen.
Ein gelungener Abschluss
Gegen 18.30 Uhr wurde das Buffet eröffnet. Bei Essen und Getränken konnten die begonnenen Gespräche fortgesetzt, Kontakte vertieft und erste Ideen weiterentwickelt werden. Nach einigen abschließenden Worten ging ein abwechslungsreicher und erfolgreicher Konferenztag zu Ende.
Die 6. Demokratie- und Teilhabekonferenz hat gezeigt, wie groß das Engagement für ein demokratisches, vielfältiges und respektvolles Kempten ist. Rund 80 Gäste brachten unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Ideen zusammen. Zugleich wurde deutlich, wie wichtig Räume sind, in denen Zivilgesellschaft, Jugend, Politik und Verwaltung einander begegnen und gemeinsam an der Zukunft der Stadt arbeiten können.
Ein herzlicher Dank gilt allen Referierenden, Projektverantwortlichen, Mitwirkenden und Gästen, die zum Gelingen der Konferenz beigetragen haben.
Die Kemptener Partnerschaft für Demokratie freut sich darauf, die entstandenen Kontakte und Impulse weiterzuverfolgen – und im kommenden Jahr wieder gemeinsam mit vielen engagierten Menschen zur Demokratie- und Teilhabekonferenz zusammenzukommen.
Wir freuen uns darauf, die Demokratie- und Teilhabekonferenz im kommenden Jahr wieder gemeinsam mit euch zu gestalten!
Am Donnerstag, den 14. Mai 2026, fand in der bigBOX ALLGÄU das „Zukunftsfest“ statt. Veranstaltet wurde das Festival vom Zukunftsbündnis Allgäu gemeinsam mit der Gemeinwohl Gesellschaft e.V. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus Politik, Zivilgesellschaft und Stadtgesellschaft nutzten die Gelegenheit, um sich über Zukunftsfragen, Nachhaltigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe auszutauschen.
Auch „Demokratie leben!“ war mit einem interaktiven Stand vor Ort vertreten. Ziel war es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und einen niedrigschwelligen und respektvollen Austausch über politische und gesellschaftliche Themen anzuregen.
Auch junge Besucherinnen und Besucher beteiligten sich an der Abstimmung gemeinsam mit DL-Teamerin Katharina Zöttl. Foto: @Silvan Hecht
Eine der beiden Mitmach-Stationen orientierte sich an politischen Thesen, ähnlich denen des Wahl-O-Mat. Anders als beim klassischen Format konnten die Besucherinnen und Besucher jedoch nicht nur zustimmen oder ablehnen, sondern ihre Reaktionen emotional einordnen. Die Antwortmöglichkeiten reichten von „Hilfe, das macht mir Angst!“ über „Buh, das ärgert mich!“ und „Yeah, das freut mich!“ bis hin zu „Hm, das macht mich traurig!“ oder „Hä, das überrascht mich!“. Dadurch entstanden viele Gespräche über politische Wahrnehmung, gesellschaftliche Debattenkultur und die zunehmende Emotionalisierung politischer Diskussionen. Die Station zeigt eindrucksvoll, wie Menschen gerade auch politische Forderungen oft emotional aufnehmen und einordnen.
Mit bunten Filzbällen wurden Meinungen zu Zukunfts- und Demokratiethemen sichtbar gemacht. Foto: @Katharina Zöttl
An einer zweiten Station konnten sich die Teilnehmenden zu verschiedenen Zukunfts- und Demokratiethemen positionieren. Diskutiert wurden unter anderem Fragen nach mehr Mitspracherecht für junge Menschen, strengeren staatlichen Regeln für Nachhaltigkeit oder dem Verhältnis von Klimaschutz und persönlichen Freiheiten. Die Abstimmung erfolgte mithilfe von Filzbällen, die in entsprechend gekennzeichnete Plexiglasröhren eingeworfen wurden. So wurden die unterschiedlichen Meinungsbilder direkt sichtbar und regten weitere Diskussionen an.
Die beiden Stationen stießen während des gesamten Festivals auf großes Interesse und wurden von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern genutzt. Auch Oberbürgermeister Schoch sowie mehrere Stadträtinnen und Stadträte beteiligten sich an den Aktionen. Durch den interaktiven Charakter entstand so oft ein Austausch zwischen den städtischen Abgeordneten und der Bürgerschaft.
Oberbürgermeister Christian Schoch beteiligte sich gemeinsam mit Nicolas Hefele an der Mitmachaktion. Foto: @Judith Waczek
Das Festival zeigte eindrucksvoll, wie wichtig offene Begegnungsräume für demokratischen Austausch und gesellschaftliche Beteiligung sind. Gerade interaktive Formate ermöglichen es, Menschen unterschiedlicher Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen und demokratische Kultur aktiv erlebbar zu machen.
Das Zukunftsfest war der feierliche Teil des „Festivals der Zukünfte“, welches von der Gemeinwohl-Gesellschaft organisiert und von Demokratie leben mit gefördert wurde. Das Festival erstreckte sich über eine gesamte Woche, dort fand unter anderem ein Symposium mit mehren Perspektiven zum Thema Zukunft sowie diverse Angebote lokaler Vereine und Initiativen.
Unter dem Titel Miteinander Kempten gestalten gehört die Stadt Kempten zu zahlreichen Städten und Landkreisen, die im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! als Partnerschaft für Demokratie gefördert werden. Das Programm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Kempten erhält jährlich 140.000 Euro zur Unterstützung von Projekten, die demokratisches Engagement fördern und die Gesellschaft zusammenbringen.
Am Samstag, den 21. März, wurde der Rathausplatz in Kempten zum Ort der Begegnung, des Austauschs und eines klaren gemeinsamen Statements. Rund 100 Kemptenerinnen und Kemptener kamen zusammen, um am internationalen Tag gegen Rassismus ein sichtbares Zeichen für Menschenwürde und Zusammenhalt zu setzen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam in einer Kooperation aus Integrationsbeirat, Amt für Integration und Stadtjugendring unter Förderung von Demokratie leben umgesetzt und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Engagement für eine solidarische Stadtgesellschaft aussehen kann.
Zahlreiche Menschen beteiligen sich bei der Fotoaktion 100 % Menschenwürde und wolle damit ein klares Zeichen für Menschenrechte und gegen Rassismus setzen. Foto: @Ralf Lienert
Den Auftakt bildeten Redebeiträge von Oberbürgermeister Thomas Kiechle sowie der Integrationsbeauftragten und Vorsitzenden des Integrationsbeirats, İlknur Altan. Beide riefen dazu auf, sich gemeinsam für ein respektvolles Miteinander einzusetzen und deutlich Stellung gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu beziehen.
Auch kulturelle und kreative Beiträge machten die Veranstaltung zu einem lebendigen Erlebnis. Ein ukrainischer Chor setzte mit musikalischen Beiträgen bewegende Akzente. Die Theatergruppe der Realschule an der Salzstraße zeigte ein eindrucksvolles Stück gegen Online-Mobbing und machte deutlich, wie präsent Themen wie Ausgrenzung und Hass gerade im Alltag junger Menschen sind. Ergänzt wurde das Programm durch eine Poetry-Slam-Darbietung, die persönliche Gedanken und Fragen zum Thema Rassismus eindrucksvoll in Worte fasste.
Ein besonders starkes Symbol entstand im Anschluss: Zahlreiche Teilnehmende formierten sich auf dem Rathausplatz zu einer großen „100 %“ – ein klares Bekenntnis zu 100 Prozent Menschenwürde. Das entstandene Drohnenbild hielt diesen Moment fest und verdeutlichte eindrucksvoll den gemeinsamen Anspruch der Anwesenden, für eine offene und respektvolle Stadtgesellschaft einzustehen.
Den Abschluss bildete die feierliche Eröffnung der neu konzipierten Wanderausstellung „Wir gegen Rassismus – Kempten zeigt Haltung“ in der Schrannenhalle. Die Ausstellung greift eine Aktion des vergangenen Jahres auf, bei der Bürgerinnen und Bürger in ganz Kempten die Möglichkeit hatten, eigene Plakate gegen Rassismus zu gestalten. Rund 200 Werke wurden damals zurückgegeben. Eine Jury des Integrationsbeirats wählte daraus 15 Motive aus, die nun in Form einer Wanderausstellung öffentlich gezeigt werden.
Die Ausstellung lädt zum verweile, grübeln und Gedanken austauschen ein. Foto: @Sabine Fixmer
Die Ausstellungsteil lud zum Verweilen ein. An den ausgestellten Roll-Ups entwickelten sich zahlreiche Gespräche, Gedanken wurden geteilt, persönliche Statements hinterlassen. So wurde deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Rassismus nicht nur in Redebeiträgen stattfindet, sondern vor allem im Dialog zwischen Menschen.
Die Ausstellung kann künftig von Einrichtungen, Initiativen und Organisationen kostenlos ausgeliehen werden und steht damit weiterhin als Impuls für Austausch und Sensibilisierung zur Verfügung. Ansprechpartner hierfür ist der Integrationsbeirat der Stadt Kempten, Kontakt unter: integrationsbeirat@kempten.de.
Sowohl die ursprüngliche Plakataktion als auch die Konzeption der Wanderausstellung wurden durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie in Kempten ermöglicht. Der Aktionstag zeigte eindrucksvoll, wie solche Förderungen konkrete Räume für Begegnung, Beteiligung und Haltung schaffen können – und wie wichtig es ist, diese Möglichkeiten weiterhin aktiv zu nutzen.
Das lokale Bündnis im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ hat am 24. Februar über die ersten Projektanträge für das Jahr 2026 entschieden. Bereits im Vorfeld wurde deutlich, wie groß das Interesse an Demokratieförderung in Kempten ist: Insgesamt 17 Anträge mit einem Gesamtvolumen von über 60.000 Euro wurden eingereicht.
Diese hohe Beteiligung hat das Bündnis sehr gefreut – gleichzeitig stellte sie die Mitglieder vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Da die zur Verfügung stehenden Fördermittel begrenzt sind, musste zwischen zahlreichen überzeugenden Projektideen priorisiert werden. Die Diskussionen waren entsprechend intensiv, denn mehrere qualitativ sehr gute Anträge konnten trotz ihres Engagements und ihrer Relevanz leider nicht berücksichtigt werden.
Am Ende wurden elf Projekte positiv bewertet, die im Laufe des Jahres zur Stärkung von Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt in Kempten beitragen werden.
Diese Projekte wurden zur Förderung ausgewählt
Gedanken.Sprung: psychische Erkrankungen zwischen Zuschreibung und Wirklichkeit Ein Projekt, das sich mit gesellschaftlichen Vorurteilen gegenüber psychischen Erkrankungen auseinandersetzt und Räume für Austausch und Sensibilisierung schafft.
100 % Menschenwürde – Tag gegen Rassismus 2026 Aktionen und Veranstaltungen rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus, die für Menschenwürde und ein respektvolles Miteinander sensibilisieren.
Café International Ein offener Begegnungsort, der Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt und interkulturellen Austausch fördert.
Queer the Street Öffentlichkeitswirksame Aktionen zur Sichtbarkeit queerer Lebensrealitäten und zur Förderung von Akzeptanz im öffentlichen Raum.
Über:MUT! EmpowerMEnt #gegenradikalisierung Angebote zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und demokratischen Kompetenzen, sowie vorbeugen extremistischer Tendenzen bei jungen Menschen.
Zukunftsfest mit Markt der Möglichkeiten in Kempten Ein Beteiligungsfest, das lokale Initiativen sichtbar macht und Bürgerinnen und Bürger zum Mitgestalten einlädt.
Interkultureller Poetry Slam zum Thema „Menschenwürde ist unantastbar“ Kreative Auseinandersetzung von Menschen mit Fluchterfahrung mit demokratischen Werten durch Sprache, Kunst und Begegnung.
„Grenzgebiet Körper“ – Filmreihe zur Grenzerfahrung Körper Filmische Impulse und Diskussionen zu Fragen von Identität, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Normen. Wie selbstbestimmt ist unser Körper eigentliche?
Internationaler Tag der Kinderrechte Aktionen zur Stärkung von Kinderrechten und zur Sensibilisierung für Beteiligung und Schutz von jungen Menschen.
„Demokratie und Menschenrechte – Gemeinsam leben und respektieren“ Bildungsangebote und Workshops zur Förderung von Respekt, Vielfalt und demokratischem Zusammenleben.
Willkommen im Wir – Theaterpädagogisches Projekt Ein partizipatives Theaterprojekt, das Gemeinschaftserfahrungen ermöglicht und soziale Kompetenzen stärkt.
Große Nachfrage trifft auf begrenzte Mittel
Die Erfahrungen aus der ersten Antragsrunde zeigen deutlich: Das Engagement für Demokratieförderung in Kempten ist hoch – gleichzeitig sind die finanziellen Mittel begrenzt. Auch künftig in kommenden Jahren kann es passieren, dass schon zu Beginn des Jahres viele Mittel vergeben sind.
Um die Chancen auf eine Förderung zu erhöhen, kann es sinnvoll sein, Projektideen möglichst in der ersten Antragsfrist des Jahres einzureichen. Gleichzeitig bleibt eine Bewerbung zu späteren Zeitpunkten immer möglich. Interessierte sollten daher weiterhin die aktuellen Ausschreibungen und Fristen im Blick behalten.
Projektidee? Jetzt Kontakt aufnehmen
Sollten Sie jetzt auch eine Idee für ein demokratiestärkendes Projekt haben, dann wenden Sie sich jederzeit an die Koordinierungs- und Fachstelle. Eine frühzeitige Beratung hilft dabei, Projektansätze zu schärfen und Fördermöglichkeiten realistisch einzuschätzen.
Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“
Mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit 2015 zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie, Vielfalt und Extremismusprävention.
In Kempten werden im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie seit 2021 unter dem Motto „Miteinander Kempten gestalten“ lokale Projekte gefördert, die Beteiligung ermöglichen, gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und demokratische Kompetenzen vermitteln.
Die Förderung erfolgt projektbezogen und jeweils innerhalb eines Kalenderjahres. Über die Auswahl entscheidet ein lokales Bündnis aus Vertreterinnen und Vertretern von Zivilgesellschaft, Verwaltung und weiteren relevanten Akteuren.
Im Rahmen der Kunstnacht Kempten 2026 schreibt die Koordinierungs- und Fachstelle (KuF) des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in Kempten ein künstlerisches Projekt zur Konzeption und Umsetzung aus.
Unter der Leitfrage „Welche Staatsform hat der Garten Eden?“ sind Künstler:innen und Künstler:innenkollektive eingeladen, sich künstlerisch und ergebnisoffen mit Fragen von Ordnung, Regeln, Macht, Freiheit und Zusammenleben auseinanderzusetzen. Das Projekt soll im Rahmen der Kunstnacht am Samstag, 26. September 2026 der breiten Stadtgesellschaft zugänglich gemacht werden und einen offenen Diskurs anregen.
Die Ausschreibung ist spartenoffen: Bewerbungen aus allen Bereichen der Kunst – von bildender und performativer Kunst über Klang-, Text- oder Medienkunst bis hin zu partizipativen oder hybriden Formaten – sind ausdrücklich willkommen.
Für die Umsetzung des Projekts steht ein Budget von bis zu 5.000 Euro zur Verfügung. Der Ort der Umsetzung ist offen; optional besteht die Möglichkeit, das Projekt in der Kunstfabrik Kempten zu präsentieren.
Bewerbungsschluss ist der 22. Februar 2026.
Alle Informationen zur Ausschreibung sowie zu den Bewerbungsmodalitäten finden sich in der ausführlichen Ausschreibung.
Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen in der Volkshochschule Kempten zusammen, um sich im Rahmen des Vortrags „Differenziert über den Nahostkonflikt sprechen: Der Krieg zwischen Israel und der Hamas im historischen und politischen Kontext“ mit einem der derzeit an den stärksten polarisierten Themen auseinanderzusetzen.
Dr. Sascha Ruppert-Karakas zu beginn seines Vortrages, Foto @Silvan Hecht
Der Politikwissenschaftler Dr. Sascha Ruppert-Karakas (LMU München) machte zu Beginn deutlich, dass der Abend keinen vollständigen Überblick über die gesamte Konfliktgeschichte leisten könne. Ziel sei vielmehr eine faktische Einordnung eines stark emotionalisierten Diskurses – mit dem Anspruch, politische Logiken zu verstehen, ohne Gewalt oder Akteure zu rechtfertigen. Der Vortrag bewegte sich dabei bewusst innerhalb einer liberal-demokratischen Perspektive, orientiert an Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Pluralismus.
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Frage, warum undifferenziertes Sprechen über den Nahostkonflikt problematisch ist. Ruppert-Karakas zeigte auf, dass vereinfachende Narrative autoritären Akteuren nutzen, zivilgesellschaftliche Stimmen marginalisieren und den Konflikt zur Projektionsfläche innerdeutscher Auseinandersetzungen machen. Der Ruf nach „klaren Positionen“ greife dabei häufig zu kurz und blende die reale Komplexität aus.
Dr. Sascha Ruppert-Karakas erklärt dem interessierten Publikum, welche Narrative und Probleme hinter dem Begriff „Terrorhochburg“ stecken, Foto @Mariella Simnacher
Inhaltlich spannte der Vortrag einen Bogen vom historischen Kontext der Gewaltspiralen über die gescheiterten Oslo-Friedensverhandlungen bis hin zur Eskalation seit dem 7. Oktober 2023. Dabei wurde sowohl das von der Hamas verübte Massaker an der israelischen Zivilbevölkerung als auch die militärische Reaktion Israels und deren gravierende humanitäre Folgen für die Zivilbevölkerung in Gaza klar benannt und völkerrechtlich eingeordnet.
Besonders diskutiert wurde die scheinbare Unlösbarkeit des Konflikts. Ruppert-Karakas zeigte, wie sich auf beiden Seiten über Jahrzehnte hinweg Gewalt, Polarisierung und Dehumanisierung gegenseitig verstärkt haben – und welche Interessen autoritäre Akteure an der Fortführung dieses Zustands haben. Zugleich nahm er verbreitete Deutungsmuster kritisch in den Blick, etwa die Gleichsetzung Gazas mit Hamas oder vereinfachende Begriffe wie „Terrorhochburg“, die analytisch mehr verdecken als erklären.
In der anschließenden Fragerunde, die intensiv genutzt wurde, ging es nicht nur um den Konflikt vor Ort, sondern auch um die Situation in Deutschland: Wie kann hierzulande differenziert und würdevoll über Israel und Palästina gesprochen werden, ohne Antisemitismus, Rassismus oder Kollektivzuschreibungen zu reproduzieren? Die Diskussion zeigte deutlich das Bedürfnis nach Orientierung und nach einem Diskursraum jenseits von moralischer Zuspitzung.
Das Publikum mit Organisator Silvan Hecht und Referenten Sascha Ruppert-Karakas im Gespräch, wie würdevoll zu dem Thema gesprochen werden kann, Foto @Mariella Simnacher
Auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung blieben zahlreiche Teilnehmende noch vor Ort, um im persönlichen Austausch mit dem Referenten, dem Veranstalter und untereinander weiterzudiskutieren.
Organisiert und finanziert wurde der Vortrag von der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ Kempten (Silvan Hecht) in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Kempten. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig es ist, gerade bei hochumstrittenen Themen Räume für differenzierten, respektvollen und informierten Austausch zu schaffen.
Unter dem Titel Miteinander Kempten gestalten gehört die Stadt Kempten zu zahlreichen Städten und Landkreisen, die im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! als Partnerschaft für Demokratie gefördert werden. Das Programm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Kempten erhält jährlich 140.000 Euro zur Unterstützung von Projekten, die demokratisches Engagement fördern und die Gesellschaft zusammenbringen.
Wie blicken Jugendliche in Kempten auf Demokratie, ihre Werte und politische Teilhabe?
Unsere Online-Umfrage „Sag deine Meinung zu Demokratie in Kempten!“ zeigt: Die junge Generation verbindet klare Erwartungen, Hoffnungen, aber auch kritische Einschätzungen mit dem demokratischen Zusammenleben in ihrer Stadt.
Den gesamten Oktober über konnten Jugendliche und junge Erwachsene an der Online-Umfrage teilnehmen. Die Fragen reichten von „Welche Werte verbindest du mit Demokratie?“ über die wichtigsten Politikfelder und Beteiligungsformate bis hin zu konkreten Forderungen. Durchgeführt wurde die Umfrage von der Koordinierungs- und Fachstelle (KuF) im Rahmen von „Demokratie leben!“ in Kempten.
Die Moderatoren (Silvan Hecht links, Anastasia Zoubarev rechts) des Abends stellen sich und das Format der Onlineumfrage kemptener Jugendlicher vor. Foto: Mariella Simnacher
Die Ergebnisse aus den knapp 30 Fragen wurden am 14. November 2025 von Silvan Hecht (KuF) und Anastasia Zoubarev aus dem federführenden Amt in der Kunstfabrik Kempten präsentiert. Im Anschluss diskutierten Jugendliche, Vertreter*innen der Jugendkommission (JuKo) sowie weitere Interessierte über die Ergebnisse.
Wie definieren Jugendliche Demokratie?
Der Begriff „Demokratie“ wird von Jugendlichen sehr individuell beschrieben. Besonders häufig genannt wurden:
Werte wie Freiheit, Gleichberechtigung und Mitbestimmung
Die Möglichkeit, sich ohne Angst äußern zu können
Das Prinzip, dass niemand unterdrückt oder ausgeschlossen wird
Viele Jugendliche verbinden Demokratie mit fairer Beteiligung und gegenseitiger Akzeptanz.
Beteiligung und Mitbestimmung
Ein starkes Signal: 89 % der Befragten wollen wählen gehen, sobald sie können, oder haben bereits gewählt. Viele glauben, dass ihre Stimme etwas bewirken kann – auch wenn Veränderungen oft erst durch die Summe vieler einzelner Entscheidungen entstehen.
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse einen kritischen Blick: Manche Jugendliche fühlen sich politisch nicht immer ernst genommen oder nicht ausreichend beteiligt.
Nach eigener Einschätzung können Jugendliche ihre Meinung in Kempten am besten einbringen durch:
Wahlen
Schule
Social Media
Weniger als Beteiligungswege wurden die JuKo sowie Gespräche mit Politiker*innen wahrgenommen.
Die Ergebnisse auf die Frage bei welchen politischen Veranstaltungen kemptener Jugendlicher bereits teilgenommen haben werden die Ergebnisse vorgestellt. Foto: Mariella Simnacher
35 % gaben an, ihre Meinung über Aktionen und Veranstaltungen in Kempten einbringen zu können, wobei insbesondere die Berufsschule mit über 70 % hervorstach. Gleichzeitig haben jedoch nur 30 % der Befragten bereits an einer solchen Aktion teilgenommen.
Daraus ergibt sich ein klarer Wunsch nach sichtbareren und niedrigschwelligeren Möglichkeiten, Politik mitzugestalten. Genannt wurden u. a.:
Mehr politische Initiativen und Projekte an Schulen
Niederschwellige Informationen, wo Engagement möglich ist
Wertschätzende und direkte Kommunikation mit Politiker*innen
Beteiligung bei jugendrelevanten Themen
Mehr Räume für Jugendliche
Ein zentraler Punkt: Junge Menschen möchten gehört werden – nicht nur symbolisch, sondern mit echter Wirkung.
Wahlalter und politische Einstellungen
Bei der Frage zur Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre sprachen sich über 50 % dafür aus. Zustimmung kam besonders von Mädchen und Minderjährigen, während sich viele Jungen mehrheitlich dagegen aussprachen.
Vertrauen in Institutionen
Beim Vertrauen in Institutionen zeigten sich deutliche Unterschiede:
Besonders hohe Werte erhielt die Polizei
Weniger Vertrauen besteht gegenüber Presse, TV-Nachrichten und dem Bundestag
Zwischen Geschlechtern und Altersgruppen zeigen sich klare Trends:
Jungen vertrauen Institutionen insgesamt stärker als Mädchen
Ältere Jugendliche vertrauen Institutionen weniger als Jüngere
Besonders Mädchen misstrauen politischen Einrichtungen
Fazit
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Demokratie von den Jugendlichen in Kempten grundsätzlich positiv gesehen wird und die demokratischen Werte – je nach Gruppe – stark verankert sind. Obwohl Demokratie vor allem in Schulen sichtbar wird, fühlen sich viele Jugendliche nicht ausreichend gehört, und die Wege zur politischen Teilhabe sind zwar vorhanden, jedoch oft unklar oder schwer zugänglich.
Insgesamt zeigt sich ein eher normatives Demokratieverständnis: Jugendliche beurteilen Demokratie vor allem anhand von Werten und Idealvorstellungen, weniger aus konkreter Erfahrung aktiver Mitbestimmung.
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